Tag 17: Heimreise

Unser letzter Tag fing mit einem Reinfall an. Der TukTuk Fahrer, mit dem wir den Preis ausgehandelt hatten, war weit und breit nirgendwo zu sehen… na toll. Ein anderer Fahrer bot sich an, aber wollte nicht für den gleichen Preis fahren. Blöd, denn wir hatten ja garnicht mehr Geld 😀 Am Ende schafften wir es mit ein wenig Hilfe eines Angestellten vom Guest House dann doch noch. Am Flughafen angekommen trafen wir Peter wieder, unsere nette Bekanntschaft der ersten beiden Tage. Er hatte die Zwischenzeit in Südindien verbracht und flog zufällig mit dem selben Flieger gen Heimat wie wir. Der erste Teil des Fluges lief ohne Probleme – Nova schlief direkt 30 Minuten nach dem Start für die Hälfte der Flugzeit.

In Dubai hatten wir wie auf dem Hinweg Zwischenstation. Diesmal sollten wir allerdings das Flugzeug verlassen (auf dem Hinflug mussten wir sitzenbleiben). Die Flugbegleiter wiesen alle darauf, ihr Handgepäck mitzunehmen, da es während unserer Abwesenheit unbeaufsichtigt sei. Wir dachten es ginge um Wertsachen und ließen ziemlich viel zurück. Dies sollte ein großer Fehler gewesen sein. Als wir wieder zurück zu unseren Sitzen kamen, war alles noch da – bis auf die Früchte! Das war wirklich bitter, denn diese Früchte sollten ja Novas Reiseproviant sein. Die Flugbegleiter erklärten mir, dass ein Reinigungsteam durchs Flugzeug gegangen war und dass diese Teams auch alles wegschmeißen was nicht niet- und nagelfest ist. Unsere Proteste nützten nichts, die Sachen waren längst in irgendwelchen Containern. Immerhin war das Team von Condor so nett, uns ihr privates Obst und ein paar andere Nahrungsmittel zu schenken 🙂 Es hat schließlich auch bis nachhause gereicht, aber der Verlust war wirklich schlimm, denn die Sachen bekommt man in Deutschland entweder garnicht oder nicht in der Qualität…

Zähneknirschend nahmen wir unser Schicksal hin und freuten uns in Frankfurt dann umso mehr, als unser Reisegepäck mit weiteren exotischen Früchten wieder in unseren Händen war 😉

Unsere Reiseroute:


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Tag 16: Von Gampaha nach Negombo

Da es in Gampaha auch nichts interessantes zu sehen gab, reisten auch wir gleich morgens weiter. Zurück nach Negombo, unserem Startpunkt dieser Reise. Diesmal hielten wir uns vom Stranddistrikt fern und machten wesentlich bessere Erfahrungen. Wir fanden ein nettes Zimmer in einem Guesthouse an der Küste, in dem sogar schon einmal die Queen genächtigt hat. Allerdings waren diese Glanzzeiten längst vorbei und der Lack ab. Aber es war ok und bezahlbar. Wir gingen zum Markt und fanden glücklicherweise noch Jackfruit für zuhause. Diese Frucht hängt überall an den Bäumen und ist trotzdem ganz schwer zu erwerben. Eigenartig. Das haben wir uns jedenfalls anfangs noch wesentlich einfacher vorgestellt 😉

Wir machten auch noch einen Ausflug in die Hauptstadt Colombo. Moloch pur, so wie Mumbai. Dagegen waren die zwei Wochen davor pure Entspannung gewesen 😀 Wir bepackten uns mit Früchten für Heimweg und Heimat und Ika fand auf einem Basar noch eine schicke Ledertasche. So verbrauchten wir unser Restgeld, nur für das Taxi zum Flughafen behielten wir noch etwas. Wir machten mit einem Taxifahrer schon einen Preis aus und bestellten ihn für den nächsten Morgen zu unserer Unterkunft. Als alle Vorbereitungen für den Rückflug getroffen waren, gingen wir früh schlafen.

Tag 15: Von Ratnapura nach Gampaha

Morgens um 9 trafen wir uns mit Antonia und Benjamin und liefen zum Busbahnhof. Unsere nächste Station sollte Gampaha werden, eine Stadt zwischen hier und Colombo. Langsam aber sicher mussten wir ins Einzugsgebiet des Flughafens zurück, nur noch zwei Tage bis zur Heimreise. Die Busfahrt nach Gampaha war angenehm unauffällig. Dort angekommen, ging das Spiel der Zimmersuche wieder los – ich war dessen ziemlich überdrüssig. Mehrere Tage an einem Ort zu bleiben ist wesentlich vorteilhafter und nicht so nervenaufreibend. Toll war auch leider nicht eine der Unterkünfte, die wir uns anschauten, und als es dann immer später wurde ging es nur noch darum das geringste Übel zu wählen. Am Ende landeten wir in einer Absteige, die wohl auch als Stundenhotel genutzt wird. Ein wenig erschreckend war, dass man die Zimmer von außen nicht abschließen konnte und es auch keine Vorrichtung für ein Vorhängeschloss gab.

Als wir unsere Sachen auspackten kam der große Schock: Novas Zebra-Einschlafplüschtier war weg!!! Katastrophe! Ich rief bei unseren Gastgebern in Ratnapura an, aber die hatten in unserem alten Zimmer leider auch nichts gefunden. Zum Glück ist Nova trotzdem ohne Probleme eingeschlafen 🙂 Antonia und Benjamin wollten am nächsten Tag mit dem Zug nach Kandy, um dort ihre Visa für Indien zu beantragen. Wir mussten aber weiter in die andere Richtung. Das bedeutete dann einen (zumindest vorerst) endgültigen Abschied. Alles Gute für Eure Weiterreise! 🙂

Tag 14: Von Matara nach Ratnapura

Heute sind wir richtig früh aufgestanden um pünktlich zum Sonnenaufgang am Strand zu sein. Die Belohnung dafür waren tolle Fotos und ein relativ ungestörtes Schwimmerlebnis. Als wir später gerade gerade am Packen waren, klopfte es und Manjula stand vor der Tür. Ungefähr 90 Minuten zu früh 🙂 Er wollte uns unbedingt noch in sein Haus zum Frühstück einladen – warum auch nicht? 🙂 Wir packten schnell fertig und fuhren mit ihm los. Unterwegs besorgte er für uns jede Menge Früchte bei einem befreundeten Obsthändler, denn wir hatten erzählt, dass wir morgens zum Frühstück nichts anderes essen. Sein Haus war für Die Verhältnisse dort ein wahrer Palast! Er scheint also wirklich eine Menge Geld zu haben. Manjula hat unter anderem eine Tochter, die in etwa Novas Alter hat. Diese war total begeistert von Nova und wollte sie auch immer umarmen 🙂 Trübselig stimmte mich bei ihm nur sein Hund, ein in einem winzigen Zwinger in der Ecke des Gartens gehaltener deutscher Schäferhund, der ziemlich verwahrlost aussah :/

Nach dem Obstfrühstück fuhr Manjula uns dann weiter zum Busbahnhof, wo direkt vor uns Antonia und Benjamin aus dem Bus stiegen 🙂 In der Wartezeit bis zur Abfahrt des Busses nach Ratnapura haben wir einen kleinen Tempel auf einer winzigen Insel im Meer besucht und waren Obstnachschub kaufen. Als wir am richtigen Bussteig ankamen und unseren Bus gefunden hatten, wollten wir gerade unser Gepäck in die Klappe am Heck des Busses befördern, als dieser plötzlich losfuhr! Wir schnellten hinterher und dabei übersah Ika ein 50+ cm tiefes Loch im Boden (von der Kanalisationsrinne unter der Straße fehlte eine Abdeckplatte) und sie trat hinein, stürzte und knickte auch noch mit einem Fuß dabei um. Nova, die währenddessen auf Ikas Arm war, ist glücklicherweise garnichts passiert. Die Aktion des Fahrers hätte uns besser davon abhalten sollen, auch noch in diesen Bus einzusteigen. Stattdessen fuhren wir trotzdem und erlebten eine echte Horrorfahrt zwischen Herztod und Wahnsinn – der Fahrer war noch recht jung und fuhr extrem draufgängerisch, wodurch er auch öfter mal scharf bremsen musste. 4,5 lange Stunden später kamen wir in der „Gem City“ Ratnapura an.

Auf dem Weg zur ersten Unterkunft unserer Wahl heftete sich auf einmal ein ganz unheimlicher Kerl an unsere Fersen und wollte uns dorthin führen. Wir wollten aber nicht, denn wir wussten den Weg und dafür sollte er keine Provision einheimsen, die uns später evtl. auf den Zimmerpreis addiert würde. Wir haben mehrmals versucht ihn abzuschütteln, aber es half alles nichts. Also sagten wir dem Mann an der Rezeption des „Ratna Gem Halt“ sofort als erstes, dass er bloß nicht diesem Typen etwas geben solle. Die Zimmer sahen gut aus, aber die waren eine ganze Ecke teurer als im Lonely Planet beschrieben und viel Spielraum zum Handeln gab es leider auch nicht. Also beschlossen wir weiterzusuchen, obwohl wir alle schon ziemlich am Ende unserer Kräfte waren. Wir waren schon etwas außerhalb der Stadt und dort gab es nicht einmal Trinkwasser zu kaufen. Nach gefühlten fünf Kilometern Fußmarsch mit vollem Gepäck kamen wir an der nächsten Unterkunft an – die sollte noch viel teurer sein 🙁 Hier draußen gab es sonst nichts und die Stadt war schon recht weit entfernt. Zu allem Überfluss wurden wir von einem Einheimischen auf einem Motorrad, den wir nach Tipps gefragt hatten, davor gewarnt, dass die Hostels und Gästehäuser alle um 21 Uhr abschließen würden und er empfehle nicht gerade, danach noch auf der Straße zu sein, da es dann wohl „risky“ sei. Oha! Und es war schon fast so spät. Also gingen wir zurück zum Ratna Gem Halt. Dort bekamen wir noch einen Hinweis auf eine andere Unterkunft – Ika und Antonia versuchten dort ihr Glück, während Benjamin, Nova und ich mit dem Gepäck warteten und eine Trinkkokosnuss genossen. Das andere Guesthouse war wohl in Ordnung und billig aber nicht wirklich sympathisch. Also entschieden Ika und ich, mit Nova lieber im Gem Halt zu bleiben, während die anderen Beiden mehr aufs Geld achten mussten, da sie noch quer durch Südostasien reisen wollen. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen zur gemeinsamen Weiterreise, denn diese kurze Episode in Ratnapura hatte uns diese Stadt reichlich verleidet. Ich hatte schon bei der Ankunft gespürt, dass hier keine guten Energien vorherrschen. Kein Wunder, denn hier gibt es wohl sehr große Edelsteinvorkommen und da geht es um viel Geld und Träume vom reich werden mit allen Mitteln.

Trotz der Warnung von vorher ging ich nach dem Beziehen des Zimmers nochmal runter in die Stadt um etwas Essbares und Wasser zu kaufen. Es war sehr düster, fast ohne Straßenbeleuchtung und so gut wie keine Menschen mehr auf den Straßen. Und was sich dort noch an Leuten rumtrieb machte mich ziemlich nervös. Auf der Suche nach Shorteats ging ich von Laden zu Laden (es war nicht mehr viel geöffnet) aber ohne Erfolg. Mir wurde immer mulmiger, da ich auch scheinbar der einzige Tourist weit und breit war. Nach dem dritten Versuch lief mir auf einmal der finstere Typ über den Weg, der uns nach unserer Ankunft verfolgt hatte. Er sprach mich an und fragte, ob wir in „seinem“ Guesthouse übernachten würden. Ich verneinte nur und suchte so schnell wie möglich das Weite – der Busbahnhof erschien mir als guter Fluchtpunkt. Dort traf ich auch auf einen Polizisten, was mich innerlich ruhiger werden ließ. Von dort am Besten so schnell wie möglich wieder zurück. Gekauft hatte ich weder Essen noch Trinken… Auf dem Rückweg kaufte ich noch etwas Wasser und ging dann schnellen Schrittes Richtung Guesthouse. Auf einmal kommt ein TukTuk mit zwei Insassen von hinten und fährt neben mir im Schritttempo. Der Fahrer fragte mich wo ich denn hinwolle, aber ich reagierte nicht. Dann trete ich plötzlich mit dem linken Fuß ins Leere! Ich falle hin, reiße mir Knie und Hose dabei auf. Fluche, rappele mich schnell wieder auf und gehe weiter – das TukTuk hat sich inzwischen glücklicherweise entfernt. Diese Stadt tut wirklich alles dafür uns ganz schnell wieder loszuwerden – wollte uns ja auch garnicht bei sich (Ikas Unfall und die fiese Busfahrt).

Tag 13: Matara

Freitag der 13. 🙂 Antonia und Benjamin wollten weiter zu Adam’s Peak und für uns stand die Entscheidung an, ob wir sie begleiten oder einen anderen Weg einschlagen. Die Beiden checkten morgens aus und wir verabredeten uns für 15:00 am Bahnhof. Ika, Nova und ich gingen einkaufen. Auf dem Rückweg hielten wir wieder bei Manjulas Restaurant und ich holte mir ein Rice+Curry Lunchpaket für sagenhaft günstige 100Rs. Er selber war leider nicht in seinem Laden.

Wir haben uns dann schließlich gegen Adam’s Peak entschieden, da die Anstrengung beim Aufstieg mit Kind bestimmt nicht ohne ist, schließlich sollte unser Urlaub ja auch nicht nur aus Gewaltmärschen bestehen 😉 Als wir die Beiden am Bahnhof wiedertrafen, teilten wir ihnen das mit. Sie waren aber auch gewillt, auf Adam’s Peak zu verzichten und stattdessen mit uns weiterzureisen 🙂 Allerdings wollten sie sich noch die Stadt Galle angucken. Wir verabredeten uns für den nächsten Vormittag am Busbahnhof von Matara um gemeinsam nach Ratnapura weiterzufahren und trennten uns wieder. Ika, Nova und ich fuhren dann weiter nach Dondra, denn dort liegt die Südspitze Sri Lankas. Den Besuch dort konnte wir uns nicht nehmen lassen, schließlich waren damals in Indien auch an der Südspitze gewesen 🙂 Es erwartete uns dort ein wunderschöner Ministrand mit superklarem Wasser (und einem nervigen Einheimischen, der nicht kapierte, dass wir allein sein wollten bis ich es ihm deutlich sagen musste) und ein Bilderbuchsonnenuntergang! Es gab dort auch einen Leuchtturm, für die Besichtigung wollte der Leuchtturmwärter allerdings 300Rs pro Person haben – Nein Danke!

Als wir dann wieder zurück nach Matara wollten, hatten wir ein sehr eigenartiges Erlebnis mit den Bussen: zwei Busse nacheinander haben 50 Meter von uns entfernt Passagiere aussteigen lassen und sind dann einfach weitergefahren, obwohl wir deutlich sichtbar signalisierten, dass wir mitwollen und auch in Richtung Busse gelaufen waren. Den dritten Bus haben wir dann aber erwischt 🙂 Die Suche nach Abendessen führte uns wieder in Manjula Restaurant 🙂 Diesmal nahmen wir aber Takeaway, den Nova musste dringend ins Bett. Wir wollten mit einem TukTuk zurück zum Hotel fahren und fragten ihn nach einem angemessenen Preis – aber er zauberte auf einmal einen Kumpel mit TukTuk hervor, der uns kostenlos nachhause brachte! Er bestand außerdem darauf, uns am nächsten Tag abzuholen um uns zum Busbahnhof zu fahren!

Tag 12: Von Tangalle nach Matara

Die zweite Nacht in Tangalle war garnicht schön. Das Bett war viel zu klein für uns drei, irgendein Körperteil lag immer am Moskitonetz an und wir von den zahlreich vorhandenen Biestern malträtiert. 🙁 Mein linkes Knie ist bedeckt von zig Bissen, die aber irgendwie mehr nach Bettwanzen oder ähnlichem Getier aussehen, und ich habe das Knie scheinbar schon in der Nacht blutig gekratzt… Nova hat auch ein paar Stiche abbekommen, aber es scheint sie glücklicherweise nicht zu stören. Wir entschieden uns für eine schnelle Weiterfahrt nach Matara, in Tangalle hatten wir kein Glück (bis auf das Kennenlernen von Antonia und Benjamin!).

Die Besitzerin vom Ravindu Guest House fand das allerdings garnicht gut – sie hatte wohl damit gerechnet, dass wir länger bleiben. Sie drohte uns damit, eine weitere Nacht zu berechnen, wenn wir nicht sofort auschecken, allerdings hatten wir noch garnicht gepackt als ich ihr bescheid sagte. Wir rafften so schnell es ging unsere Sachen zusammen und suchten das Weite, in dem Fall den Busbahnhof. Auf nach Matara! Während der Busfahrt entdeckten wir plötzlich zwei bekannte Gesichter am Straßenrand: Antonia und Benjamin 🙂 Sie stiegen in unseren Bus und wir fuhren gemeinsam weiter. Sie waren am Tag zuvor auf halber Strecke ausgestiegen und hatten dort wild gecampt. Wir beschlossen, in Matara gemeinsam nach Unterkunft zu suchen, die wir nach einigen Irrwegen durch den Stadtteil Polhena dann auch fanden. Und was für eine! Im „Megara Inn“ kamen wir für 800Rs in einem sauberen Dreibettzimmer unter und das nur 250m vom Strand entfernt 🙂 Der Strand stellte sich allerdings bei näherer Betrachtung als ziemlich winzig heraus und war total überfüllt mit Einheimischen, die Ika und Antonia anglotzten – dort wollten sie nicht schwimmen gehen. Wir gingen dann an der Küste entlang, wo einige Hostels direkt am Strand lagen. Antonia organisierte dort für uns eine Schwimmsession am Privatstrand 🙂 allerdings dann unter den Augen des Personals, das nicht minder interessiert schien als die Strandbesucher…

Später kehrten wir auf der Suche nach Abendessen zum Strand zurück, da dort viele Restaurants waren – aber keine Gäste. Und in ein leeres Restaurant sollte man sich nicht setzen, denn das Fehlen von Gästen ist nie ein gutes Zeichen 😉 Also zurück in die Innenstadt. Nach wieder einigen Irrungen und Wirrungen fanden wir ein kleines Restaurant, in dem man echte einheimische Küche serviert bekam. Schön scharf 🙂 Benjamin hat das garnicht so gut vertragen, er hat sich noch nicht wirklich an die Schärfe des asiatischen Essens gewöhnt. Als wir fertig waren, war es schon ganz schön spät und Ika war auch ziemlich alle. Dann kam die Krönung des Abends: der Besitzer des Restaurants bot uns an, uns alle zu unserem Hotel zu fahren! Er hat sich auch total darüber gefreut, als wir eingewilligt haben 🙂 Er heißt Manjula und lud uns auch gleich zum Frühstück bei sich zuhause ein, was wir aber erstmal ablehnten.

Tag 11: Tangalle

Nach dem Aufwachen packten wir so schnell wie möglich unsere Sachen und ergriffen die Flucht vor den Kakerlaken. Beim Checkout handelte ich noch den Preis auf 800Rs herunter. Mit unserem Gepäck gingen wir dann erstmal zum „Ravindu Guest House“ wo Antonia und Benjamin untergekommen waren. Wir trafen sie beim Frühstücken. Das andere Zimmer, was die Dame des Hauses noch zu vermieten hatte, roch ziemlich muffig. Da die beiden aber auch abreisen wollten, wurden wir ihre Nachmieter 🙂 Nachdem wir noch etwas zusammengesessen hatten, machten sie sich auf den Weg nach Matara. Wir dagegen bezogen unser neues Zimmer und gingen zum ersten Mal in diesem Urlaub im Meer baden. Nova fand die Brandung total super und hatte viel Spaß! 🙂 Und auch ich genoß das Gefühl vom Wellengang, das hatte ich ziemlich lange nicht mehr gespürt…

Am Nachmittag saßen Ika und ich gemeinsam auf der großen Veranda des Ravindu, als ein neuer Gast ankam. Zufällig auch ein Deutscher 😀 Er ist geschätzt 60 Jahre alt und reiste allein. Er setzte sich zu uns und wir unterhielten uns recht lange. Er ist Buddhist und hat interessante Ansichten – es war ein sehr anregendes Gespräch, was mich auch zum Nachdenken gebracht hat. Er ist gerade auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft für seine Frau, die eine Woche später nach Sri Lanka nachkommt – er ist also quasi die Vorhut 🙂

Abends waren wir nochmal in der Stadt und haben Abendessen geholt. Ich habe mir ein vegetable Kotthu gekauft – das ist ein pfannkuchenähnliches Brot mir verschiedenem Gemüse, aber nicht eingewickelt oder so sondern einfach zusammen auf einer heißen Platte mit zwei „Spachteln“ vom Koch in kleine Fetzen gehakt und vermischt. Dazu war eine rote Sauce beigelegt, die ich komplett untergemischt habe. War vielleicht nicht die beste Idee, denn danach war das Kotthu mit Abstand das Schärfste was ich hier bisher gegessen habe 😀

Tag 10: Von Haputale nach Tangalle

Heute haben wir uns schwermütig von Bawa und seinem Guesthouse verabschiedet. Es hat uns in Haputale so gut gefallen, dass wir auch gern noch länger dort geblieben wären. Aber wir wollten ja noch ein wenig vom Rest der Insel sehen. Also Sachen gepackt und auf nach Süden! Vor der Abreise haben wir uns aber noch Mr. Bawas Edelsteinsammlung zeigen lassen (die ziemlich umfangreich ist) und Ika hat auch ein paar Steinchen erworben. Danach ging ist mit dem gleichen schlimmen Bus wie am Tag zuvor los nur diesmal noch weiter. Wir machten drei Kreuze als wir schließlich in Wellawaya ankamen 🙂 Dort stiegen wir um und der Rest der Fahrt war dann vergleichsweise sehr entspannt. Der Bus war zwar extrem voll, aber der Schaffner hat gleich ein paar Leute genötigt, für uns Platz zu machen 😀

In Tangalle mussten wir mal wieder erstmal die „Geier“ abschütteln, unter anderem einen Typen, der Nova unbedingt Schokolade schenken wollte. Wir haben es dann auch geschafft und am nächsten Geldautomaten erstmal unsere Bargeldvorräte aufgefüllt. Danach stand wieder die Suche nach Unterkunft auf dem Plan. Unterwegs zum Stadteil, der am meisten Erfolg versprach, sahen wir vor uns zwei junge Touristen – ich sprach sie an und fragte ob sie eine Unterkunft empfehlen könnten. Es stellte sich schnell raus, dass sie beide auch aus Deutschland kamen und wir gingen einfach erstmal mit zu ihrem Guesthouse. Wir verstanden uns gleich auf Anhieb und waren wohl alle ein wenig froh, Gleichgesinnte zu treffen. Da die Besitzerin vom „Ravindu Guest House“ aber nicht mehr vor Ort war, stellten wir unsere Rucksäcke vorerst bei Antonia und Benjamin – so heißen die Beiden – ab und machten uns ohne Gepäck auf die Suche. In nächster Nähe gab es viele Möglichkeiten und nachdem wir uns einige Zimmer angeguckt hatten fanden wir auch ein günstiges Hotel, wo wir ein Dreibettzimmer direkt am Strand für 1000Rs bekamen!

Wir holten unser Gepäck, gingen duschen und dann in ein Restaurant, welches Antonia uns empfohlen hatte, zum Essen. Nach dem Essen gingen wir noch kurz Richtung Stadt um ein paar Snacks zu kaufen. Als wir auf dem Rückweg wieder am Restaurant vorbeigingen rief das Personal uns hinterher – wir hatten Novas Bilderbuch, Ikas Tagebuch und eine halbe Papaya dort vergessen und die Leute haben uns die Sachen wiedergegeben 🙂 Danke! 🙂

Als wir wieder im Hotel ankamen, zeigte sich die Schattenseite des günstigen Zimmers. Kakerlaken. Und was für welche, riesige Viecher! Als wir später Tagebuch schreibend in der Lobby saßen, ist eine Kakerlake sogar Ika ins Gesicht geflogen und mir ist eine über den Fuß gekrabbelt… :/

Tag 09: Haputale, Diyaluma

Heute haben wir den Besuch bei den Diyaluma Wasserfällen nachgeholt. Nach über einer Stunde Busfahrt auf holpriger und sehr kurvenreicher Strecke waren wir am späten Vormittag am Fuß des zweithöchsten Wasserfalls von Sri Lanka. Wir wollten aber ans obere Ende. Im Lonely Planet stand der Weg bschrieben, mit dem Zusatz dass er streckenweise nicht sooo leicht zu finden sei und man öfter mal die Einheimischen fragen sollte ob man richtig sei. Die haben uns auch immer gut weitergeholfen. Allerdings wurden wir auch vor einem wilden Elefanten gewarnt, der dort oben umherstreunen sollte. Ein Mädchen führte uns sogar ein gutes Stück bis zum eigentlichen Anstieg. Einen Weg hatten wir die ganze Zeit nicht wirklich gesehen, ohne Hilfe wären wir völlig aufgeschmissen gewesen. Der Hang, den es dann zu erklimmen galt, war sehr steil und mit Geröll bedeckt, so dass man mehr klettern als gehen musste und jeden Schritt gut abwägen um nicht zusammen mit einem Felsbrocken in die Tiefe zu rollen. Oben fanden wir dann sogar auch die Weggabelung, von der im Reiseführer die Rede war. Ein Weg sollte zur Kante führen und der andere zu natürlichen Becken oberhalb des eigentlichen Wasserfalls, in denen man auch baden kann. Leider waren an der Weggabelung nicht nur zwei sondern drei Pfade in drei Richtungen vor uns…

Wir entschieden uns zuerst für den richtigen Weg, dachten nach ein paar Metern aber wir wären auf dem falschen, gingen zurück und wählten dann den falschen Weg 😀 Inzwischen hatten uns zwei weitere Wanderer eingeholt, die offensichtlich das gleiche Ziel hatten wie wir. Als wir dann an einem Stacheldrahtzaun ankamen, war eigentlich klar, dass das nicht so ganz richtig sein kann. Es gab aber einen selbstgemachten Durchgang durch den Zaun und so versuchten wir unser Glück auf der anderen Seite. Dort  war sogar eine Schotterstraße, aber wir waren uns trotzdem unsicher. Wir redeten mit den uns nachfolgenden, einer Frau aus Großbritannien und einem einheimischen Mann, und auch sie wussten nicht genau wo lang sie gehen sollten und sind uns einfach hinterhergegangen. Auf der anderen Seite eines kleinen Tals waren dann wieder Menschen zu sehen. Der Mann sprach mit ihnen und sagte dann, es werde jemand kommen und uns den Weg zeigen. Und wir wurden nochmal eindringlich vor dem Elefanten gewarnt. Als der versprochene Führer dann kam, führte er uns wieder zurück an die Kreuzung, aber dann statt einen Weg zu wählen ging er mit den beiden einen steilen Geröllhang hinab. Ika wollte ihnen folgen aber mir war der Weg zu unsicher für einen Abstieg mit einem Kleinkind auf dem Rücken. Also gingen wir wieder den Weg, den wir zuallererst gewählt hatten.

Nach einer kurzen Strecke kamen wir zu einer geradezu paradiesischen Stelle wo auch die erhofften Becken waren 🙂 Ein kleines Bad war jetzt genau das Richtige, denn die Mittagshitze hatte uns beim Aufstieg wieder mächtig zugesetzt. Als Ika gerade im Wasser war, kam der Einheimische Führer auf einmal wieder vorbei und sagte uns wir sollten doch wegen des Elefanten mit zu den anderen kommen. Ich sagte ja wir kommen bald nach, wir blieben aber noch weiter dort. Nicht lange danach, kamen sie alle drei zu unserem Spot weil sie sich Sorgen um uns gemacht haben wie sie sagten. Nett von ihnen aber die idyllische Abgeschiedenheit, die wir zuvor an diesem Ort genossen hatten war leider damit hinüber. Und dann fing es auch noch an zu regnen 😀 Was aber wegen der erwähnten Hitze garnicht so schlecht war. Es gab aber auch ein paar Bäume zum Unterstellen. Wir aßen unseren Proviant, dann ging ich auch noch mal kurz schwimmen und machten uns danach alle gemeinsam auf den Rückweg.

In die andere Richtung kam uns der Weg dann überhaupt nicht mehr lang und beschwerlich vor 😀 Kein Wunder, es ging ja nicht mehr bergauf, aber auch beim Abstieg musste man höllisch aufpassen! Im auf dem Weg liegenden Dorf blieben die beiden anderen dann zurück, denn sie hatte nsich dort schon auf dem Hinweg zum Lunch eingeladen. Wir passten und gingen weiter, denn es lag ja noch eine anstrengende Busfahrt vor uns. Wir mussten allerdings auch noch ziemlich lange auf den Bus warten und als er kam, saßen die beiden auch drin 🙂

Heute sind wir dann genau rechtzeitig zum Dinner zurückgekommen 🙂 Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: es war extrem lecker!

Tag 08: zweiter Tag in Haputale

Am heutigen Sonntag gab es Märkte in Haputale und im nahegelegenen Banderawela, die wollten wir besuchen. Der Markt in Haputale selbst war etwas enttäuschend klein und voller Plunder, nach Banderawela sind wir dann garnicht erst gefahren. Wir deckten uns mit Früchten ein und flüchteten vor der Mittagssonne wieder zurück zum Guesthouse. Nachmittags dagegen war es kühl und neblig – den ursprünglich für heute geplanten Ausflug zu den Diyaluma Wasserfällen haben daher verschoben.

Wir sind stattdessen zu Fuß losgegangen Richtung Westen, dort liegt etwas außerhalb von Haputale das Benediktinerkloster Adisham. Das dachten wir zumindest – tatsächlich war es wesentlich weiter als wir es uns vorgestellt hatten. Auf dem Weg kamen wir durch ein Vogelschutzgebiet, dort sah die Natur richtig ursprünglich aus und wir fühlten uns wie im tiefsten Dschungel (wenn da nicht die Straße gewesen wäre). Als wir schließlich beim Kloster ankamen, hatte auch dieses schon längst von Besucher geschlossen und wir konnten uns nur das Gelände von außen ansehen. Am Zaun entlang sind wir dann noch ein Stück auf einem Pfad in den Wald hinein gegangen. Die neblige Luft schuf eine wirklich verwunschene Atmosphäre, richtig mystisch war es dort 🙂

Nicht lange nach unserer Rückkehr gab es auch schon Dinner 😉 War natürlich wieder superlecker!

Heute sind noch zwei Franzosen bei Bawa untergekommen, die Dinner Conversation lief also zu 2/3 auf französisch. 🙂