Angekommen in Mumbai

Nach ca. 9 Stunden Flugzeit und knapp 4 Stunden warten auf dem Flughafen von Kuwait City war es endlich soweit: Mumbai.

Die ersten Eindruecke waren schon ziemlich heftig. Der Ausgang wurde von mehreren Polizisten oder Soldaten bewacht und draussen vor der Tuer stand eine riesige Menschenmenge, durch die wir uns erstmal durchkaempfen mussten.

Taxi in Mumbai
Wir hatten uns einen Taxigutschen gekauft, wussten aber nicht so ganz wo die Taxis warten, also fragten wir einen Typen mit Security Weste. Der wollte uns auch gleich hinfuehren und fand auch direkt unseren Fahrer, war mir ein wenig dubios vorkam. Natuerlich wollte er dafuer dann ein Trinkgeld, genau wie ein anderer, der sich einfach mit eingeklinkt hatte und dann auch die Hand aufhielt. Das mulmige Gefuehl bei dem Taxi wurde noch viel staerker als der Fahrer dann nach 5 Minuten anhielt und den Taxigutschein verlangt, obwohl er ihn schon bekommen hatte. War aber dann doch recht schnell geklaert und nachdem er sein Geld geholt und getankt hatte ging es los in die Innenstadt Richtung Gateway of India. Nach ca. einer Stunde Abenteuerfahrt waehrend des Sonnenaufgangs waren wir dann auch dort.
Gateway of India, Mumbai
Das Hotel haben wir schnell gefunden, mussten aber noch bis mittags waren um einchecken zu koennen. In der Zwischenzeit habe ich versucht eine Bank zu finden, bei der ich mit meiner VisaCard Geld abholen kann, was garnicht so einfach war – aber schliesslich hatte ich dann doch Erfolg.
Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf haben wir ein wenig Colaba erkundet und sind dann relativ frueh schlafen gegangen. Heute holen wir Infos fuer die Weiterreise ein und morgen geht es dann wahrscheinlich weiter nach Goa!

Tickets nach Goa

Unser Bus von Mumbai nach Goa

Heute haben wir wie geplant Bustickets nach Goa, genauer Mapusa, gekauft. Morgen abend um 20:00 geht es los, die Fahrt dauert ca. 12-14 Stunden. Wir haben auch mit einem Hotel in Anjuna, was gleich neben Mapusa liegt, telefoniert und uns fuer uebermorgen angemeldet. Zwei Leute die wir aus dem Flieger kennen wohnen dort auch. Heute haben wir auch endlich einen Supermarkt gefunden und zum ersten Mal richtiges indisches Essen gegessen – Ika ist wie erwartet an der Schaerfe fast zugrunde gegangen, dabei war das fuer indische Verhaeltnisse wahrscheinlich extramild 😉 Wir waren auch nochmal beim Gateway of India und haben ein paar Fotos gemacht. Dort wurden wir mehrmals von Indern – einmal eine Gruppe Jungs die uns vorher verfolgt hatte und zwei je eine ganze Familie – angesprochen und gefragt ob sie ein Foto zusammen mit uns machen koennten. Wahrscheinlich wollten sie alle nur Ika fotografieren 😉

Ich melde mich wieder wenn wir in Anjuna angekommen sind!

Anjuna, Goa

Juri im Oasis Cafe in Anjuna, Goa
Heute morgen um 8 Uhr sind wir nach einer 12stuendigen Nachtfahrt im Sleeper-Bus (mit Klimaanlage!) in Goa angekommen. Der Bus hielt in Mapusa und von dort sind wir zusammen mit einem anderen deutschen Paerchen, welches wir im Bus kennengelernt hatten, mit dem Taxi nach Anjuna gefahren. Nach einem gemeinsamen Fruehstueck am Strand sind wir zum Peace Land Hotel gestiefelt (mit vollem Gepaeck bei gefuehlten 40 Grad Celsius) um dort zu erfahren, dass die Zimmer dreimal so teuer sein sollten wie im Lonely Planet beschrieben.
Ika nach Mueckenattacke
Wir sind dann zurueck zum Hotel der anderen beiden, wo wir immerhin nur die Haelfte vom Peace Land Preis abdruecken mussten. Die Atmosphaere hier ist voellig anders als in Mumbai – alles voller halbnackter Touristen auf Motorraedern und Rollern… ziemlich uncool. Wir haben das Hotel fuer zwei Tage bezahlt und danach machen wir uns schnellstmoeglich aus dem Staub weiter nach Sueden. Bis dahin machen wir das Beste draus und werden die Zeit hier trotz der Touristenflut geniessen 😉

von Anjuna nach Panaji

Kuh und Hund am Strand von Anjuna, Goa
Heute morgen haben wir bei Marys Holiday Homes in Anjuna ausgecheckt und sind mit einem echten indischen Linienbus erst nach Mapusa und dann nach Panaji gefahren. Ika ging es auf der Fahrt nicht so gut – ihr ist seit gestern nacht uebel (lag wohl an einem Ananas-Lassi 🙁 ) aber sie hat sie Fahrt gut ueberstanden und wir sind fuer 20 Rupien (30 ct.) pro Person nach Panaji gekommen. Hier haben wir uns eine ueble Absteige gemietet – heisst ironischerweise „Elite Lodges“ 😀 350 Rupien (5,25 Euro) fuer ein Doppelzimmer ist aber unschlagbar guenstig. Es ist hier richtig heiss und Ika ist immer noch so schlapp, dass ich jetzt allein nach Geld, Internet und Wassermelonen suche.
Strand von Anjuna, Goa
Hoffentlich finde ich gleich noch ne Bank bei der ich was abheben kann (geht leider nur bei wenigen) und was essbares. Mehr spaeter und bald gibts auch ein paar Fotos!

Panaji, Goa

Juri am Meer in Anjuna, Goa
Nach einer sehr qualvollen Nacht mit elender Hitze und Kaefern im Bett sind wir gestern morgen so frueh wie moeglich ins Comfort Guest House (nur ein Haus weiter) umgezogen. Dort wollten wir bei unserer Ankunft schon hin – die Unterkunft wurde uns von zwei Backpackern (Thomas und Caro, ihre Seite: www.bestworldtrip.com) die wir im Bus von Mapusa nach Panaji getroffen hatten empfohlen. Leider war zu der Zeit nix frei, am naechsten Morgen gluecklicherweise schon. Das Zimmer kostet sogar nur 300 Rupien, ist aber um einen gefuehlten Faktor von 10 besser 🙂 Nach dem Gewaltmarsch durch Panaji von Vorgestern bin ich irgendwie total schlapp und komme nicht mehr so recht auf die Beine. Einen Geldautomaten hab ich dabei gluecklicherweise gefunden, Wassermelonen bzw den Markt nicht.
Markt in Panajim, Goa
Zu besagtem Markt sind wir gestern zusammen mit einer anderen Backpackerin, Andrea aus der Schweiz, die mit uns im Comfort Guest House eingecheckt hat, per Bus gefahren und haben uns dort mit Fruechten eingedeckt. Ika ist dann nachmittags gemeinsam mit Andrea nach Old Goa gefahren – ich bin im Hotel geblieben weil ich mich ziemlich schwach fuehlte. Die miese Befindlichkeit ist auch noch immer nicht so recht weg, dafuer ist der lang erwartete Durchfall dazu gekommen 🙁
Abends waren wir dann zu dritt essen – subjektiv das schaerfste seit der Ankunft, hat ganz schoen gebrannt 😀
Sonnenuntergang ueber Old Goa
Heute haben wir bisher noch nicht viel gemacht. Wir waren beim Busbahnhof und haben uns erkundigt wie wir nach Margao kommen, unserer naechsten Station. Dort fahren wir morgen frueh hin und dann entscheiden wir, ob wir noch ein paar Tage in Palolem am Strand verbringen und dort ein Naturreservat besuchen oder gleich weiterfahren Richtung Kerala, dem Bundesstaat Indiens, der seit 1957 eine gewaehlte kommunistische Regierung besitzt (die erste der Welt!)

An alle Leser: Ich wuerde mich sehr ueber ein paar Kommentare freuen 😉

von Panaji nach Palolem

Kuh am Strand von Palolem
Kuh am Strand von Palolem, Goa
Als erstes danke fuer die Kommentare – so merke ich, das auch jemand hier liest und fuehle mich nicht so alleine auf der Seite 😀
Bei der extremen Hitze hier (ueber 30 Grad Celsius) wuensche ich mir manchmal aber auch den deutschen Winter zum abkuehlen, ist schon fast unertraeglich heiss hier.

Heute morgen sind wir wie geplant von Panaji mit dem Bus weitergefahren, ueber Margao nach Palolem, einem weiteren Badeort im Sueden Goas. Nicht ganz 3 Stunden und knapp 50 Rupien (75 Cent) spaeter waren wir dort. Kurz vor Palolem hat mich ein Mitfahrer angesprochen. Er fragte ob wir schon eine Unterkunft haetten, denn er vermiete Bambushuetten und wir koennten sie uns ja mal angucken. Er war ziemlich freundlich und garnicht aufdringlich (nicht die Regel hier, die meisten Leute die etwas zu verkaufen haben springen dir ins Gesicht, rennen hinter dir her und labern dich dabei konstant voll) also haben wir seinen Huetten eine Chance gegeben. Die Anlage heisst „Village Utopia“ 😀 und die Huette ist wirklich sehr nett und mit 500 Rupien (7,50 Euro) pro Nacht auch nicht ueberteuert. Also haben wir eingecheckt, erstmal fuer eine Nacht aber ich denke wir bleiben laenger 😉

Hab jetzt auch mal die Bilder von der Kamera auf den USB-Stick gesichert, demnaechst lade ich auch welche hoch aber zuerst geht es zurueck an den Strand 😛

von Palolem nach Hassan

Gecko in unserer Huette
Gecko in unserer Huette in Palolem, Goa

Nach vier angenehmen und bis auf die obligatorischen Verkaeufer am Strand auch entspannten Tagen hiess es fuer uns Abschied nehmen von Goa. Die Huette im Village Utopia war echt cool und der Betreiber extrem nett, also haben wir an die erste Nacht dort noch zwei weitere angehaengt.

Am Montag haben wir einen Ausflug ins Cotigao Wildlife Sanctuary gemacht und dort die lokale Flora und Fauna in einer besser erhaltenen Form als man sie sonst erlebt bewundern koennen. Wir haben mehrmals Affen getroffen, die um uns herum zwischen den Baeumen hin und her gesprungen sind.

Panorama im Cotigao Wildlife Sanctuary

Einmal hat sich dabei ein dickes Stueck Ast geloest und ist wenige Zentimeter neben Ika eingeschlagen… Glueck gehabt!!! Es gab dort Aussichtspunkte – einer davon war quasi ein Baumhaus, 15-20 Meter hoch mit einer nicht sehr vertrauenserweckenden Metall-Leiter, die wir beide mit einem mulmigen Gefuehl hochstiegen.
Als wir nach dem Ausflug zurueck nach Palolem kamen, probierten wir ein Restaurant aus, von dem wir schon im Lonely Planet gelesen hatten – das „Blue Planet“, ein vegetarisch/veganes Bio-Restaurant mit interessanter Speisekarte und extrem nettem Besitzer. Bis zu unserer Abreise aus Goa haben wir nur noch dort gegessen 😉

Der Tree Top Aussichtspunkt war ganz schoen weit oben

Dienstag waren wir dann an unserem letzten Tag auch mal ein wenig schwimmen und in der Nacht stand unsere erste indische Zugfahrt an – nach Mangalore. Wir buchten zweite Klasse (100 Rupien pro Person fuer 400km) und standen dann als der Zug eine Stunde nach geplanter Ankunft endlich kam in einem Waggon voller Inder, die auf dem Gang und auf den Gepaecknetzen pennten. Zusammen mit Sean und Leonore, einem Backpackerpaerchen aus England, die wir am Bahnhof kennengelernt hatten, hockten wir uns in eine Ecke und versuchten zu schlafen.

Juri beim Abstieg vom Tree Top

Zum Glueck wurde der Zug mit der Zeit leerer und es wurden sogar Sitzplaetze frei 🙂 Um 7:30 heute morgen kamen wir dann in Mangalore, Karnataka an und von dort fuhren wir gleich weiter mit dem Bus nach Hassan. Diese Busfahrt war die krasseste, die ich jemals erlebt habe. Der Bus war recht komfortabel, aber die Strasse, die wir durch die Berge nach Hassan fuhren hat ihren Namen nicht verdient. Mondlandschaft waere eine bessere Bezeichnung dafuer 😀 Wir haben dann auch fuer die knapp 170km von Mangalore nach Hassan ueber 5 Stunden gebraucht! Zum Glueck haben wir hier dann schnell ein guenstiges Hotel (280 Rupien/Nacht) gefunden – wir ruhen uns eine Nacht aus und morgen machen wir unsere ersten Tempelbesichtigungen in Belur, Halebid und Svaranabelagola.

Katze im Blue Planet

Gerade gab es mal wieder einen Stromausfall – zum Glueck hat das Inet Cafe ein Notstromaggregat! 😀

Belur, Halebid und dann nach Mysore

geplatzter Reifen auf dem Weg nach Halebid

Hassan war eine erfrischende Abwechslung zum Indien wie wir es bisher kennengelernt hatten. Niemand wollte uns auf aggressive Art und Weise etwas verkaufen, nur weil wir helle Haut haben und alle waren sehr freundlich zu uns und gruessten uns nett. Wir waren allem Anschein nach auch die einzigen Touristen vor Ort – erst kurz vor unserer Abreise haben wir andere gesehen. Abends waren wir in einem Restaurant etwas essen. Die Belegschaft gab sich unglaublich viel Muehe und dekorierte sogar unser Essen mit einer Art duenner Silberfolie – sowas hatte kein anderer Gast bekommen. Auf dem Heimweg probierten wir dann auch mal indische Suessigkeiten. Burfee nannte sich das was wir nahmen, was ein wenig an weiches Toffee erinnerte und unendlich suess war 🙂

Tempelbewohner in Halebid

Am naechsten Morgen ging es los mit der Besichtigungstour. Die haette allerdings auch fast ein schnelles Ende gehabt: auf dem Hinweg nach Halebid gab es einen ohrenbetaeubenden Knall – ein Hinterreifen vom Bus war geplatzt.

Zum Glueck sind die hinteren Reifen bei den Bussen doppelt und so konnten wir noch bis Halebid weiterfahren.

Hoysaleswara Tempel, Halebid

Vor dem Hoysaleswara Tempel holte uns das touristische Indien wieder ein. Es waren zwar nicht viele Verkaeufer, aber die versuchten extrem hartnaeckig ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Der Tempel selber war wunderschoen und mit ca. 35000 Bildnissen verschiedener Goetter und Szenen aus den Schriften verziert.

Danach waren wir noch bei einer nicht weit entfernten Jain Tempelanlage mit drei kleineren Tempeln. die Jain Tempel sind von aussen sehr schlicht, aber die Saeulen im Inneren sind wahre Schmuckstuecke und dazu noch bis zum Hochglanz poliert.

Ika vor dem Hoysaleswara Tempel

In Belur im Keshava Tempel sollte es um 15:00 eine Puja (Zeremonie) geben die wir uns angucken wollten. Leider kam in Halebid so lange kein Bus, dass wir es nicht geschafft haben. So konnten wir uns nur die Tempelanlage angucken, von der das herausragendste das grosse Gopuram (Eingangstor) ist.
Inder vor dem Hoysaleswara Tempel

Als wir aus Belur zurueck nach Hassan kamen, war es schon zu spaet, um noch nach Sravanabelagola weiterzufahren. Also haben wir fuer eine weitere Nacht in dem guenstigen Hotel eingecheckt und den Besuch dort auf den naechsten Morgen verschoben. Diese Nacht war fuer Ika recht verhaengnisvoll. Zwar waren Moskitos kein Problem, aber irgendetwas hat die gestochen oder gebissen und das tat danach ziemlich weh.
Jain Tempel, Halebid
Es stellte sich spaeter heraus, das man von Sravanabelagola sehr schlecht nach Mysore, unserem naechsten Ziel, weiterfahren kann. Also haben wir uns entschlossen, direkt nach Mysore zu fahren und dies dann gestern auch getan. Nach 3 Stunden recht entspannter Busfahrt kamen wir am Nachmittag dort an und fuehlten uns mit unseren grossen Ruecksaecken gleich wie Freiwild: auf dem Weg zum Hotel wurden wir gleich mehrmals von verschiedenen Indern darauf hingewiesen, dass sie das beste und billigste Hotel am Platze kennen und uns auch gern dort hin fuehren wuerden. Die ersten beiden Hotels unserer Wahl waren leider beide voll, also checkten wir im „Mysore Hotel Complex“ ein, einem ungemuetlichen Riesenbunker. Nach dem einchecken wollten wir erstmal zur Post, ein paar Karten loswerden.
Gopuram des Keshava Tempels, Belur
Auf dem Weg trafen wir einen jungen Inder, der uns schon zweimal vorher ueber den Weg gelaufen war und uns unter anderem auch ein Hotel empfohlen hatte. Diesmal fragte er uns, ob wir den Bazar sehen wollen, wo man sieht wie Raeucherstaebchen gemacht werden. Er kannte sogar das deutsche Wort „Raeucherstaebchen“ und erzaehlte uns, dass er Nina Hagen cool findet 😀 Er fuehrte uns im Norden Mysores herum und am Ende landeten wir in einer Wohnung wo wir zwar nicht sehen konnten, wie man Raeucherstaebchen herstellt, aber sehr wohl welche kaufen konnte, genau wie viele verschiedene Oele die uns dann auch sogleich auch alle vorgestellt wurden. Eigentlich eine betruegerische Nummer, aber fuer uns dann doch ein Gluecksfall, denn wir fanden dort ein Oel, welches bei Ikas Stichen/Bissen sofort Linderung brachte (schwarzer Jasmin).
Melon Mania in Belur
Das kauften wir dann und noch zwei andere, unter anderem das Oel der Wasserlilie, welches als natuerliches Insektenschutzmittel verwendet wird. Aufgrund der Erfahrungen hier und der wenigen Zeit die uns hier in Indien noch bleibt, entschieden wir uns dann, nur eine Nacht in Mysore zu bleiben und danach nach Kerala weiterzufahren.
Heute waren wir auf Chamundi Hill direkt suedlich von Mysore. Auf den „Huegel“ (ist immerhin 1000m hoch) faehrt ein Bus und oben drauf ist dann ein Tempel. Es war sauvoll, da Wochenende war und ausserdem am Donnerstag ein religioeses Fest bei dem alle Kuehe gefaerbt wurden.

Bunte Kuh

Auf dem Weg zum Tempel trafen wir dann auf einmal Thomas und Caro wieder, die beiden Weltreisenden, die wir im Bus von Mapusa nach Panaji kennengelernt hatten. Sie waren ueber Hampi und Bangalore nach Mysore gekommen und hatten sich witzigerweise den gleichen Tag fuer den Ausflug ausgesucht 😀 Wir haben uns dann mit den beiden fuer heute Abend zum Essen verabredet. An Chamundi Hill gibt es auch eine ueber 1000stufige Treppe, welche von pilgernden Hindus benutzt wird um hochzukommen. Wir sind sie hinuntergestiegen 😉 Auf dem Weg gibt es eine 5 Meter grosse Nandi Statue, die wir uns natuerlich auch angesehen haben.

Ika streichelt eine Kuh auf dem Chamundi Hill, Mysore
der Affe hat keine Angst vor uns (Chamundi Hill, Mysore)
Nandi Statue auf dem Chamundi Hill
Ika beim Abstieg vom Chamundi Hill

Inzwischen haben wir aus dem Hotel ausgecheckt und heute nach geht es dann mit dem Bus nach Kannur in Kerala.

Edit: es gibt Bilder!

von Mysore nach Kannur

Der Artikel von gestern hat jetzt Bilder: angucken! 🙂
Edit: dieser Artikel hat jetzt auch Bilder 😉
Ausserdem, hab ich die anderen Bilder jetzt auf die Artikel verteilt und noch ein paar weitere hinzugefuegt – es lohnt sich also, nochmal durchzugucken!

Mysore Palace bei Nacht

Endlich sind wir in Kerala angekommen!

Wir mit Busfahrer und Kontrolleur (leider unscharf)

Thomas und Caro haben wir gestern leider verpasst, einen Bus haben wir allerdings zum Glueck bekommen. War ziemlich knapp, fast haetten wir noch eine Nacht in Mysore festgesessen. Wir hatten uns einen Bus um 23:15 rausgesucht. Als wir auf diesen warteten, sahen wir einen anderen, auf dem auch Cannanore (=Kannur) stand und dachte so gehste mal hin nachfragen. Es stellte sich raus, dass es der letzte fuer diesen Tag war und er ausserdem ueberfuellt war. Dem Kontrolleur war das egal, er sagte uns ganz locker: „Passt schon, setzt euch einfach hinter den Fahrer.“ Tatsaechlich gab es dort eine kleine Liege, auf der wir dann die naechsten acht Stunden Holperfahrt verbrachten.

Ika und der nette Kontrolleur

Dafuer hatten wir die beste Aussicht ueberhaupt (der Weg fuehrte durch ein Naturschutzgebiet, wo wir ein paar Chitals (auch bekannt als Axishirsch oder „spotted deer“) sahen) und wir haben den Kontrolleur ein wenig kennengelernt, denn wir haben uns den Grossteil der Zeit mit ihm unterhalten.
Bei einer Pause hat er uns dann sogar Geld fuer Tee geliehen, weil wir nicht an unsere Portemonnaies rankamen. Wirklich ein schoenes Erlebnis auch wenn die Strasse teilweise noch schlimmer war als auf der Strecke von Mangalore nach Hassan!

Heute morgen um 7 Uhr sind wir dann in Kannur angekommen und zu dem Guest House gelaufen, welches wir im Lonely Planet entdeckt hatten. 220 Rupien fuer ein Zimmer mit Meerblick, fast zu schoen um wahr zu sein.

Meerblick in Kannur, Kerala

Wahr wurde es dann auch nicht, denn es war voll. Wir haben ein paar Meter weiter in einem Luxuszimmer mit Klimaanlage und heisser Dusche eingecheckt. Kostet gleich ueber 1000 Rupien, aber selbst das sind ja gerade mal 15 Euro. Hier in Kerala ist es nochmal ne Eecke heisser, aber ich bin gespannt auf den Strand. Demnaechst lade ich Fotos mit Hammer und Sichel drauf hoch, die sieht man hier ueberall, denn Kerala ist kommunistisch regiert 😉

von Kannur nach Thiruvananthapuram

Hammer und Sichel Bild an Hauswand in Kannur

Wie versprochen kommt jetzt die kommunistische Propaganda 😉 Gefunden habe ich die Bilder an verschiedenen Hauswaenden in Kannur. Den alten Che habe ich hier in Thiruvananthapuram auch schon auf Plakaten entdeckt. Thiruvananthapuram oder auch Trivandrum genannt (wesentlich einfacher!) liegt schon fast an der Suedspitze Indiens. Das Kap, wo das arabische Meer, der indische Ozean und der Golf von Bengalen zusammentreffen, ist nur 40 km entfernt. Dort wollen wir morgen mal hinfahren.

Noch mehr kommunistische Propaganda in Kannur

Die Fahrt mit dem Nachtzug von Kannur nach Trivandrum war recht entspannt und hat ca. 12 Stunden gedauert (knapp 500 km). Wir hatten reservierte Schlafkojen und die waren auch noch frei als wir ankamen. Da war der Ticketkauf schon aufregender aber am Ende auch absolut problemlos als wir erstmal kapiert hatten wie es laeuft. In einem Restaurant in Kannur, welches wir aufgrund der geringen Preise und des guten Essens schnell liebgewonnen hatten, lernten wir Sonu kennen – einen Ingenieursstundenten der dort nebenbei kellnert. Ihn trafen wir kurz vor der Abfahrt nochmal am Bahnhof und er fuehrte uns zu unserem Gleisabschnitt. Die Fahrt war wie gesagt ganz angenehm – Ika hat so gut geschlafen wie nie in den letzten drei Wochen, ich war mehr wach aber das war auch ok. Hier in Trivandrum haben wir uns bei Kukie’s Holiday Inn eingemietet, fuer 275 Rupien (ca 4 Euro) pro Nacht. Morgen wollen wir uns fuer die letzte Uebernachtung was edles ab 1000 Rupien suchen und fuer uebermorgen haben wir einen Inlandsflug gebucht, der uns nach Mumbai zurueck bringt. Von dort geht es dann ein paar Stunden spaeter schon wieder Richtung Heimat. Aber daran will ich noch garnicht denken, jetzt erkunden wir erstmal Thiruvananthapuram!

indischer Fahrradladen in Kannur

Kanyakumari, Shopping und der Rückflug

Panorama vom Kap (leider schlechte Quali, da Handyfoto)

In Trivandrum sind wir am Dienstag mehr umhergeirrt als dass wir es erkundet haben – den Padmanabhaswamy Tempel haben wir dann am Ende aber trotzdem gefunden. Dort trafen wir einen Haufen Pilgerer, die sich alle mit uns fotografieren lassen wollten 🙂
Mittwoch haben wir uns dann für die letzte Nacht noch ein etwas edleres Zimmer in einem anderen Hotel gesucht, so als standesgemäßen Abschluss. Danach ging es dann nach Kanyakumari. Der am Kap Comorin gelegene Ort hält einige Sehenwürdigkeiten bereit, von denen wir allerdings nur einen Teil besucht haben. Allein dort hin zu kommen war schon ein kleines Abenteuer. 11:40 habe ich im Internetcafe gelesen, dass 15 Minuten später einer der wenigen Busse fährt. Also sind wir schnell raus auf die Straße, in eine Rikscha und ab zur Haltestelle.

Juri am Kap

Zum Glück wusste der Fahrer Bescheid, denn sonst wären wir zur falschen Bushaltestelle gefahren 🙂 8 Minuten vor 12 saßen wir dann im Bus und kurz darauf ging es auch schon los. Die Fahrt dauerte allerdings ca. 3 Stunden, denn es sind nicht 40 sondern fast 90 Kilometer und die Durchschnittsgeschwindigkeit war anscheinend 30 km/h. In Kanyakumari besuchten wir das Gandhi Memorial, von dessen Balkon man einen guten Ausblick über die Gegend und das Kap hat. Den Tempel dort haben wir aufgrund von Zeitmagel nicht besucht, dafür den Bazar, der sich anscheinend auf die zahlreichen Pilger spezialisiert hat – er gibt dort sehr günstig (jedes Teil 5 Rupien) sehr sinnlosen Krempel.
Um 18:15 sollte dann auch schon unser Bus zurück nach Trivandrum fahren. 15 Minuten später ging es wirklich los und nochmal gut 3 Stunden später kamen wir ziemlich erledigt wieder in unserem Hotel an. Wir haben es gerade noch so geschafft, beim Zimmerservice Essen zu bestellen (ja ihr habt richtig gelesen, es gab einen Zimmerservice! :)).

Autorikscha in Trivandrum

Donnerstag war dann unser letzter Tag in Trivandrum, für 17:30 hatten wir einen Flug nach Mumbai gebucht. Den Vor- und Nachmittag verbrachten wir mit Einkaufen von Souvenirs für uns und die Daheimgebliebenen. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen (den richtigen Bus zu finden hat uns nochmal ne Menge Nerven gekostet) und gegen 21:00 kamen wir in Mumbai an.
Unser nächster Flug startete allerdings erst um 6:20 am nächsten Morgen, also verbrachten wir ein paar sehr lange und langweilige Stunden in der Wartehalle des Chhatrapati Shivaji International Airport bis es endlich losging.

Anflug auf Mumbai bei Nacht

Ungefähr 12 Stunden später betraten wir in Franfurt wieder deutschen Boden 🙂 Die Menschen sahen alle ziemlich hell aus, die Taxifahrer versuchten nicht lautstark uns zur Mitfahrt zu bewegen und auf der gesamten Busfahrt nach Darmstadt zu Ikas Auto wurde nicht ein einziges Mal gehupt – ganz schön ungewohnt (von den frostigen Temperaturen ganz zu schweigen!)

Jetzt gilt es, möglichst schnell wieder hier zuhause „anzukommen“ denn am Montag geht für mich dann schon die Berufsschule und damit der neue Alltag als Azubi los. Ich hoffe unser kleines Reisetagebuch hat euch allen gefallen. Nach Auswahl wird es hier auch noch ne Menge weiterer Fotos geben, also schaut bald mal wieder rein!

Unsere Reiseroute:

Sri Lanka 2012 Tag 01: Ankunft und Negombo

Nach einem ca. 12 Stunden langen Flug und einem weiteren Neujahrsfest über dem arabischen Meer landeten wir am 1.1. gegen 8:30 auf dem Bandaranaike International Airport. Seit heute braucht man zur Einreise ein Touristenvisum, welches ich aber glücklicherweise schon von zuhause online beantragt hatte. Sonst hätten wir uns beim „Immigration“ Schalter in eine ziemlich lange Schlange einreihen müssen. So sind die Formalitäten aber schnell erledigt und wir können den Flughafen verlassen.
Erster Eindruck: ganz schön heiß hier! 😀
Ziemlich erschöpft aufgrund von wenig Platz und wenig Schlaf während des Fluges versuchten wir kurz eine Bushaltestelle zu finden, gaben dann aber recht schnell auf und fuhren mit einem Tuk-Tuk (ein dreirädriges Taxi) zum „Beach Villa Guest House“ bei dem ich von zuhause per Mail schon ein Zimmer reserviert hatte. Nova war total begeistert vom Tuk-Tuk fahren, sie saß mit leuchtenden Augen auf der Sitzbank und strahlte überglücklich 🙂 Laut E-Mail hatte das Guesthouse verschiedene Zimmer frei – eins für 1500Rs und ein anderes im Obergeschoss für 2500Rs pro Nacht. (zum Vergleich: 1€ ~ 150Rs)
Das günstigere Zimmer hatte keine Fenster. Entsprechend intensiv war der Schimmelgeruch :/ Also wieder rückwärts raus und ins Obergeschoss. Das Zimmer dort war zwar etwas teuer aber sah gemütlich aus – und für den Moment waren eine Dusche und ein Bett alles was wir wollten. Es musste allerdings noch gereinigt werden, weswegen wir nochmal in der Lobby warten mussten. Dort trafen wir dann ein Paar aus Deutschland mit dem wir ins Gespräch kamen. Sie verbrachten gerade ihren letzten Tag auf Sri Lanka nachdem sie vier Wochen herumgereist waren und gaben uns einige Tipps zu Reisezielen, Preisen und möglichen Unterkünften. Als dann unser Zimmer sauber war duschten wir und fielen dann sofort ins Bett. Am späten Nachmittag erwachten wir wesentlich erholter 🙂
Wir machten uns fertig und gingen runter um etwas zum Essen zu besorgen. In der Lobby trafen wir erneut auf das deutsche Paar (sie warteten gerade auf ihr Taxi zum Flughafen). Sie saßen im Hausrestaurant zusammen mit einem weiteren deutschen Reisenden namens Peter. Während wir dort standen und uns unterhielten amüsierte Nova das gesamte Personal und alle weiteren Gäste. Die Sri Lankische Kinderfreundlichkeit von der wir gelesen hatten, fing schon an sich zu bestätigen 😉
Als dann die Heimkehrer abgefahren und wir kurz bei einem Laden gewesen waren um etwas Obst für Nova zu kaufen, Setzten wir uns mit Peter zusammen hin und aßen gemeinsam zu Abend. Auch seine Sri Lanka Reise war so gut wie beendet. Nun ging es für ihn weiter nach Indien und witzigerweise dann 17 Tage später von hier aus mit dem selben Flug den auch wir gebucht haben zurück nach Deutschland! 😀 Peter ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse und wir verbrachten den Rest des Abends zusammen.

Tag 02:Von Negombo nach Kandy

Nova im Bus

Unsere erste Nacht war nicht wirklich erholsam. Die Einheimischen feiern das neue Jahr weniger in der Silvesternacht sondern am kompletten Neujahrstag – da unser Guesthouse direkt am Strand lag haben wir die Party dort hautnah miterlebt, inklusive Musik und Böller. Nova ist davon immer wieder aufgewacht und das wiederum hat Ika und mich ganz schön mitgenommen 🙁 Lange geschlafen haben wir dann auch nicht. Gegen 7 Uhr morgens bin ich mit Nova zum (leider sehr verdreckten) Strand gegangen. Als wir wiederkamen hat Ika tief und fest geschlafen und auch Nova und ich haben es geschafft noch ein wenig zu schlummern.Als wir dann am späten Vormittag wieder aufwachten war Sachen packen angesagt – wir hatten uns entschieden so schnell wie möglich weiterzureisen, Negombo war uns nicht sonderlich sympathisch. Peter, unsere Reisebekanntschaft vom Vorabend, hat uns noch zum Busbahnhof begleitet und wir haben uns bis zum gemeinsamen Rückflug verabschiedet. Unser nächstes Ziel lautete Kandy, eine Stadt im Hill Country, dem Höhenzug im Landesinneren. Nach nur vier Stunden Busfahrt bei 30 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit waren wir dort. Die Busfahrten gleichen stark denen aus Indien: laut, klapprig, langsam und ständig haarscharf am Verkehrsunfall vorbei 🙂 Nova fand es verständlicherweise sehr aufregend 😉

Als wir dann gegen 17:30 In Kandy ankamen und uns gerade orientierten, wurden wir von einem japanischen Touristen davor gewarnt, dass alle Hostels die im Lonely Planet stehen ziemlich überfüllt seien. Das erste was wir ansteuerten (Olde Empire) hatte dann auch direkt keine Zimmer mehr frei. Unsere nächste Wahl war etwas entfernt von den restlichen Hostels und es wurde auf dem Weg dorthin auch schon dunkel – schlechte Karten für uns wenn wir dort auch kein Glück hätten.

Tuk-Tuks am Straßenrand

Wir fragten uns durch und ich war immer wieder erstaunt von der Hilfbereitschaft der Locals. Als wir schließlich beim „Nature Walk“ ankamen die ernüchternde Erkenntnis: keine freien Zimmer 🙁 Ein weiteres Etablissement gab es allerdings noch ein paar Häuser weiter, das „Green Woods“ – unsere letzte Chance. Die Jungs vom Nature Walk waren sogar so nett, sich für uns per Telefon nach freien Zimmer zu erkundigen und es sollte sich lohnen 🙂 Wenige Minuten später standen wir in einem wunderschönen und sauberen Zimmer mit großem Bett und sogar einem Balkon! Die Vermieterin warnte uns noch, morgens die Balkontüren geschlossen zu halten, da sonst Affen aus dem benachbarten Wald unsere Sachen klauen würden 😀 Kosten sollte es 2500Rs pro Nacht incl. Frühstück. Da wir das Frühstück nicht wollten, überließ sie uns das Zimmer für 2000Rs.

Erschöpft stellten wir uns erstmal unter die Dusche und machten uns dann auf die Suche nach etwas zum Essen. Das „Nature Walk“ hatte auch ein Restaurant also kehrten wir dort ein, denn es war schon ziemlich spät. Auf der Karte gab es auch sogenanntes „Ginger Beer“. Das klang interessant, also probierten Ika und ich wir es aus. Es stellte sich als extrem süßes Zuckerwasser mit künstlichem Ingwergeschmack heraus… made by Coca-Cola Company 😀 Nova dagegen fand Gefallen an Lime & Soda (Sodawasser mit frisch gepresstem Zitronensaft) und als das Essen schließlich kam stellte sich heraus, dass sie auch Papadam (ein hauchdünnes, knusprig frittiertes Brot) sehr gerne mag 🙂

Angekommen im Green Woods

Tag 03: Kandy

morgendliche Begrüßung

Heute morgen wurde der Balkon unseres Zimmers wirklich von einigen Affen besucht – man hatte uns also gestern nicht zu viel versprochen. Unser Plan für heute bestand aus einem Besuch im botanischen Garten. Dieser wurde uns von Peter (den wir in Negombo getroffen hatten) wärmstens empfohlen. Im Lonely Planet war von 600Rs pro Person Eintritt die Rede, gekostet hat es allerdings 1100Rs für jeden! Der Preis für Einheimische stand daneben: 50Rs…

Java-Feige

Gelohnt hat es sich trotzdem, der Garten stellte sich mit seiner entspannten Atmosphäre und seinen schönen und ungewöhnlichen Pflanzen (und auch Tieren) als eine Oase der Ruhe inmitten des Lärms Sri Lankas heraus. Wir wandelten umher, aßen und tranken, machten Fotos oder genossen einfach nur den Moment. Nur eine Begegnung war sehr eigentümlich: Wir rasteten unter dem bekanntesten Baum und Aufmacher des Gartens (die Java-Feige) und machten unser Mittagspicknick, als wir plötzlich von einem der Einheimischen auf deutsch angesprochen wurden! Es stellte sich heraus, das er früher mit einer deutschen Frau verheiratet gewesen war

Wir vor Riesenbambus 🙂

und auch einige Zeit in Deutschland gelebt hatte. Er heiße Assuan und komme aus Beruwela (150km entfernt an der Westküste) wo er mit Edelsteinen handele. Er hat uns dann auch gleich ein paar Edelsteine gezeigt, die er in seiner Bauchtasche dabei hatte. Hätte wohl auch gerne etwas davon an uns verkauft. Jedenfalls lud er uns dann ein, bei seinen Freunden im Nachbardorf mit ihm zusammen zu essen – am liebsten sofort. Wir waren gerade erst angekommen und hatte auch ein komisches Gefühl bei der Sache, also verabredeten wir uns erstmal für den folgenden Tag mit ihm und

Flughunde!

gingen jeder unsere Wege. Er gab uns noch seine Telefonnummer und seine Adresse in Beruwela (Da uns die Sache nicht ganz geheuer war, habe ich dann abends unsere Verabredung per SMS abgesagt). Der Tag im botanischen Garten war sehr schön und wir sahen wirklich viele sensationelle Dinge wie z.B. die Scharen von Flughunden, die über einer der Alleen zu hunderten oder eher tausenden in den Bäumen hingen. Außerdem sahen wir dort auffällig viele Paare, die sich küssten oder Arm in Arm unter den Bäumen lagen. Auch für die Romantiker schien dies ein Rückzugsort zu sein – normalerweise sieht man niemanden in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten austauschen.

Nach unserer Rückkehr in die Innenstadt von Kandy besuchten wir auf der Suche nach Jackfruit oder Durian den Markt. Einen Händler, der Jackfruit anbot fanden wir dann auch tatsächlich und kauften eine ganze Frucht (ca.

Immer fleißig trinken bei der Hitze

10-12 kg) zum Preis von 750Rs. Das sind in etwa 5€. In Deutschland bezahlt man so viel für ein Pfund – die Frucht die wir gekauft hatten, hätte also bei uns locker mehr als 100€ gekostet! Dass diese 750Rs trotzdem noch das fünffache des Preises ist, den Einheimische bezahlen, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht 🙂

Wir schleppten unsere Beute zum Hostel, erholten uns ein wenig und gingen abends dann wieder in einem Restaurant in der Nähe essen. Leider gab es dort wie an den Tagen zuvor maximal zwei einheimische Gerichte auf der Speisekarte. Alles nur

Die Damen wandeln auf der Palmenallee

auf Touristen ausgerichtet… Im Restaurant waren außer uns nur zwei andere Gäste: ein Paar aus Deutschland 😉 Die beiden machten uns mal wieder deutlich wie sparsam wir reisen: sie hatten über 800€ pro Person für den Flug bezahlt und wohnten in einem Hotelzimmer für 55$ pro Nacht! 😀

Ika beim Tagebuch schreiben

Tag 04: Kandy, Teil 2

Nova und der Affe

Nach einer weiteren Begegung mit den Affen sind wir heute Vormittag zum Einkaufen und E-Mail checken in die Stadt gegangen.

der war echt dreist…

Als wir am Tempelgelände vorbeigingen, sahen wir dort hinter dem Zaun einen zahmen Elefanten.
Einige Menschen gingen unter seinem Bauch hindurch, einer auch mit einem Baby auf dem Arm – scheint Glück zu bringen oder ähnliches. Ich stand mit Nova auf meinem Arm am Zaun und betrachtete diese Szene. Plötzlich nahm der Elefant unsere Anwesenheit war (was ziemlich ungewöhnlich war, denn es war auf dem Weg am Zaun recht viel Verkehr und davon nahm er keine Notiz) und stiefelte direkt auf Nova und mich zu. Uns trennte dann nur noch der Zaun und er schnüffelte mit seinem Rüssel in Novas Richtung bis er von seinem Mahut wieder zurückgeholt wurde. Auf unserer Tour trafen wir zufällig unsere Bekanntschaft vom Vortag aus dem

Elefant auf Tuchfühlung
DHL! 🙂

botanischen Garten auf der Straße wieder. Meine SMS hatte er angeblich nicht erhalten, aber er nahm es uns auch nicht übel als wir ihm sagten, dass wir nicht zu unserem Treffen kommen würden. Auf dem Rückweg holten wir uns Trinkkokosnüsse – eine leckere Erfrischung, die auch Nova sehr gefallen hat. Zurück im Hostel schnitten wir dann die Jackfruit an, aßen ausgiebig davon und steckten danach Nova zum Mittagsschlaf ins Bett. Gut erholt gingen wir am frühen Abend zur Puja im Sri Dalada Maligawa(Tempel der Heiligen Zahnreliquie) wo der Überlieferung zufolge der linke Eckzahn von Siddhartha Gautama aufbewahrt wird.

Wie auch beim botanischen Garten stimmte der im Lonely Planet angegebene Preis nicht mehr. Diesmal waren es 1000 statt 500Rs… ganz schön heftige Preissteigerungen. Nachdem wir unsere Schuhe abgegeben hatten ging es hinein. Im Eingangsbereich standen

Nom Nom 🙂
Kik !!! 😀

drei Trommler, mit deren Musik die Puja eröffnet wird. Nachdem wir uns deren Musik eine zeitlang angehört hatten, gingen wir Richtung Zahnreliquie. Vor dem Fenster, durch das man einen kurzen Blick auf den Behälter in welchem angeblich der Zahn gelagert wird werfen kann, war eine sehr lange Schlange. Definitiv zu lang um sich mit Kind dort anzustellen. Wir guckten aus der Entfernung zu und führten dann unseren Rundgang fort. Neben mehreren anderen Schreinen gibt es dort auch ein Museum, in dem die Geschichte des heiligen Zahns durch Gemälde und Schautafeln dargestellt wird.

Nach dem Besuch im Tempel waren wir zum Abendessen im „Muslim Hotel“. Endlich ein Restaurant für Einheimische und nicht nur für Touristen! Das Essen war günstig und lecker 🙂 Auf dem Heimweg kamen wir an einer Bank vorbei und ich nutzte die Chance,

Sri Dalada Maligawa von außen

mich wieder mit Bargeld einzudecken. Die Automaten der „People’s Bank“ spucken hier immer erst das Geld und danach die Karte aus. Fatal, ich nahm

Hinter dem Fenster ist der Zahn

das Geld und verließ die Geldautomatenkabine ohne Visa-Karte. Glücklicherweise war aber gleich nach mir ein junger Einheimischer am Automaten, der mich zurückpfiff und mir meine Karte wiedergab. Danke!!! 🙂

Buddha, wer sonst 😉
Nova und ich studieren die Geschichte des Zahns
Ausgang

Tag 05: Von Kandy nach Ella

Heute war es für uns an der Zeit, weiterzureisen. Ein Zug nach Ella – einer Stadt tief im Hill Country – sollte es sein. Die Zugfahrt dorthin sollte sechs Stunden dauern und um 11:45 am Bahnhof von Kandy beginnen. Als wir dort Tickets kaufen wollten sagte man uns allerdings, dass heute kein Zug

mehr nach Ella fahre. Aber es gäbe einen, der um 12:30 vom nahegelegenen Bahnhof Peradeniya fahre. Wir also los und einen Bus dorthin gesucht – als der schließlich am Bahnhof ankam, war es schon fast 13:00… zu unserem Glück hatten nicht nur wir sondern auch der Zug Verspätung 😉

Gegen 14:00 kam er dann (kurz vorher wurden noch alles Fahrgäste zu einem abgelegenen Gleis gescheucht, weil der Zug auf einmal dort einfuhr – war schon ziemlich abenteuerlich) und unsere erste Zugfahrt auf Sri Lanka begann. Wie aus Indien gewohnt waren alle Fenster

und Türen weit geöffnet und alle Plätze besetzt. Wir blieben daher im „Bordrestaurant“ was aus einem kleinen Essensstand und ein paar Tischen ohne Stühle bestand und setzten uns auf den Boden. Nova schlief kurze Zeit später auf meinem Arm ein und holte sich so ihren dringend benötigten Mittagsschlaf 🙂 Als sie dann wieder wach war, haben wir sogar freie Sitzplätze gefunden und konnten die Fahrt etwas

komfortabler fortsetzen. Eine Zugfahrt durch das Hill Country kann ich jedem der Sri Lanka besuchen will sehr ans Herz legen. Tolle Aussichten auf Teeplantagen, viele Wasserfälle und eine einzigartige Szenerie haben uns die Fahrt versüßt 🙂 Als wir kurz vor Ella in den Ort Haputale einfuhren, hatte ich die die Idee, vielleicht schon hier auszusteigen – es war nämlich inzwischen schon 19:30 und wir waren alle ziemlich fertig. Aber wir sind dann doch sitzengeblieben und eine Stunde später kamen wir in Ella an.

Alles was wir noch wollten waren eine Dusche und ein Bett. Das sollte sich aber als garnicht so einfach herausstellen. Das erste Hostel was wir

ansteuerten, das „Sun Top Inn“ sah sehr ansprechend aus aber war leider komplett ausgebucht. Dort sagte man uns auch, dass die restlichen Übernachtungsmöglichkeiten der Stadt auch so gut wie alle voll sind. Die Besitzer waren aber supernett und ließen uns telefonieren – aber überall bekamen wir nur Absagen. Dann telefonierten sie selber nochmal ihre Bekannten durch. Am Ende fanden wir dann doch noch ein

freies Zimmer gleich in der Nähe. Es war zwar etwas ranzig und sehr teuer (sie wollten erst 3000!, bezahlt haben wir dann 2500Rs) aber immerhin hatten wir ein Dach über dem Kopf. Nachdem wir uns etwas erholt hatten, gingen wir auf der Suche nach etwas essbarem in die „Stadt“ – außer einer Hauptstraße mit haufenweise Restaurant wo man europäisches Essen kaufen konnte gab es dort nicht viel: übelstes Touristenkaff! Noch bevor wir schlafen gingen stand die Entscheidung fest, hier nicht länger als nötig zu bleiben und am nächsten Tag direkt nach Haputale zu fahren.

Tag 06: Von Ella nach Haputale

Das Einzige, was Ella wirklich zu bieten hatte, war der „Little Adams Peak“, ein Hügel mit guter Aussicht über das angrenzende Tal. Wir standen sehr früh auf um es noch vor dem Checkout anzugucken. Der Hügel war ein wenig außerhalb von Ella aber nach ca. 45 min Fußmarsch standen wir

oben auf dem Gipfel. Die Aussicht war wirklich genial! Leider konnten wir sie nicht allzu lange genießen, denn es hieß die Checkout Time im Hostel nicht zu verpassen… Als wir wieder zurück im Zimmer waren hatten wir noch Zeit für eine schnelle Dusche, die nach dem Aufstieg auch nötig war. Dann mussten wir im Eiltempo unsere Sachen packen, denn die nächsten Gäste standen schon auf der Türschwelle.Witzigerweise waren es auch Deutsche – wir tauschten kurz unsere bisherigen Erfahrungen aus bevor es für uns weiterging. Noch schnell die Vorräte aufgefüllt und dann ab zum Bahnhof, raus aus Ella. An einem Stand aß ich dort allerdings die bisher leckersten Rotti – das sind im Prinzip mit einem recht scharfen Gemüsebrei gefüllte und zu einem Dreieck gefaltete Pfannkuchen. Man kann sie überall an Straßenständen und in vielen Geschäften günstig kaufen. Von denen und auch den anderen „Shorteats“ genannten Snacks die angeboten werden habe ich haufenweise verdrückt 😉

Im Zug nach Haputale hatten wir auf der kurzen Fahrt eine Menge schöne Erlebnisse 🙂 Wir sind mit dem älteren Mann, mit dem wir eine Sitzbank teilten, ins Gespräch gekommen und konnten ihn viele Dinge über Land, Leute und angemessene Preise fragen. Er hat uns dann sogar zu sich nachhause einladen, wir würden bei ihm kostenlos wohnen und auch essen können! Leider erst bei unserem nächsten Besuch auf Sri Lanka, denn

seine Frau war gerade nicht zuhause und er selber könne nicht kochen, sagte er 😉 Er gab uns seine Adresse und machten ein gemeinsames Foto, das wir ihm dann aus Deutschland als Erinnerung schicken sollten. Währenddessen freundete Nova sich mit den Kindern auf der Bank nebenan an und sie spielte sogar eine ganze Zeit alleine mit ihnen.

Als wir in Haputale ankamen regnete es – nicht gerade das beste Wetter für die Suche nach einer Unterkunft… Wir hatten uns ein Guesthouse

ganz in der Nähe vom Bahnhof als erstes Ziel ausgesucht. Begrüßt wurden wir in Haputale wie gewohnt von einer Horde „Guides“ – Leuten die dir eine Unterkunft besorgen und dafür vom Besitzer Provision bekommen – begrüßt. Hier war es aber ein wenig anders: die Leute hatten Visitenkarten der Hostels dabei und auch auf ihren Autos teilweise die Schriftzüge. Das sah alles wesentlich weniger dubios aus als sonst aber wir wollten es trotzdem erstmal auf eigene Faust versuchen. Das erste

Guesthouse war aber voll und beim zweiten wollten sie uns ein Zimmer im Nebengebäude andrehen (was aber gerade noch im Bau war!). Als wir vom zweiten Guesthouse zurück zur Hauptstraße gingen stand dort auf einmal der Bus von „Bawas Guesthouse“ und ein freundliches Gesicht grinste uns vom Fahrersitz an. Der Mann bot uns sogar an, uns umsonst zu Bawas zu fahren und falls es uns nicht gefalle wieder zurück! Da der Regen langsam ätzend wurde, nahmen wir sein Angebot dankend an.

Als wir ankamen, ging es mit uns zum Haus und zeigte uns eins der Zimmer. Da wurde uns klar, das war garkein Guide sondern ein Mitarbeiter

oder sogar der Besitzer selber! Wie sich später herausstellte, ist es der Sohn von Bawa gewesen 🙂 Das Zimmer war wirklich super und kostete mit 1100 Rs pro Nacht nur die Hälfte von dem was wir bisher überall bezahlt hatten. Und auch Dinner wurde uns angeboten, was wir gerne annahmen. Das selbstgekochte Essen von Bawas Frau war so lecker, dass wir während unseres gesamten Aufenthalts nirgendwo

anders zum Abendessen gingen 🙂 Unsere Dinnergesellschaft bestand außer uns noch aus einem Schotten namens Dougal und einem US-Amerikaner namens Jason. Die waren beide auch sehr nett und unterhaltsam. Haputale gefiel uns schon am ersten Abend richtig gut und das beste hier war: es gab keine Moskitos!!! 🙂

Tag 07: Haputale

Am vorigen Abend hatten wir von dem sehr schönen Sonnenaufgang gehört, den man direkt von unserem Balkon aus sehen könne. Das haben Nova und ich uns zum Anlass genommen, instinktiv genau zur richtigen Zeit aufzuwachen damit wir es auch ja nicht verpassen 😉 Und es hat sich gelohnt: wow! Auf dem Plan für heute standen zwei Sehenswürdigkeiten: die Dambantenne Teefabrik und Lipton’s Seat (ein Aussichtspunkt von dem Sir Lipton persönlich damals sein Teeplantagen begutachtet hat). Als wir nach einer guten halben Stunde Busfahrt an der Fabrik ankamen entschieden wir uns, zuerst die Wanderung hoch zu Lipton’s Seat zu unternehmen und die Besichtigung der Fabrik dann danach zu machen.

Der Weg zum Gipfel war eine steile Asphaltstraße mit gefühlten hunderten von Spitzkehren, die sich zwischen den Teefeldern den Berg hinaufschlängelte. Man konnte aber auch direkt durch die Felder auf unwegsamen Steintreppen den Weg abkürzen. Da durch die Teepflanzen keine Sicht auf den weiteren Verlauf der Straße möglich war, kürzten wir leider in die falsche Richtung ab und waren dann in der größten Mittagshitze irgendwo inmitten der Teefelder weitab vom eigentlichen Aufstiegsweg. Den fanden wir nach einigem Hoffen und Bangen dann aber letztlich doch wieder und kamen ziemlich am Ende unserer Kräfte oben an Lipton’s Seat an. Ich war besonders fertig, denn ich hatte Nova in der Rückentrage den ganzen Weg nach oben getragen. Glücklicherweise gab es oben einen kleinen Kiosk bei dem wir Wasser kaufen konnten, denn wir hatten unsere Vorräte beim Aufstieg nahezu komplett verbraucht. Die Aussicht von Lipton’s Seat war wirklich atemberaubend, man konnte weit über die Hügel schauen und wären keine Wolken dagewesen sicherlich bis zum Meer! Die Wolken zogen leider ziemlich schnell zu uns herüber und nach kurzer Zeit war der Gipfel auf dem wir standen vollständig von ihnen umhüllt. Die Wolken brachten aber auch ein wenig Kühle mit sich, die wir dankbar in Empfang nahmen. Während des gesamten Aufstiegs hatte die Sonne gnadenlos gebrannt und Ika hatte einen amtlichen Sonnenbrand davongetragen. Ich war auch etwas angekokelt, nur Nova war zum Glück gut genug geschützt gewesen.

Als wir dann wieder herabstiegen und bei der Teefabrik ankamen, hatte diese leider schon geschlossen – die Besichtigung musste also ausfallen. War nicht schlimm, wir waren sowieso viel zu alle dafür. Als wir bei Bawa ankamen gab es wieder lecker Dinner 🙂 Diesmal zusammen mit einem französischen Paar, das heute angereist war. Die beiden konnten nur bröckchenweise Englisch, mutig dann trotzdem in ein so fremdes Land zu reisen!

 

Tag 08: zweiter Tag in Haputale

Am heutigen Sonntag gab es Märkte in Haputale und im nahegelegenen Banderawela, die wollten wir besuchen. Der Markt in Haputale selbst war etwas enttäuschend klein und voller Plunder, nach Banderawela sind wir dann garnicht erst gefahren. Wir deckten uns mit Früchten ein und flüchteten vor der Mittagssonne wieder zurück zum Guesthouse. Nachmittags dagegen war es kühl und neblig – den ursprünglich für heute geplanten Ausflug zu den Diyaluma Wasserfällen haben daher verschoben.

Wir sind stattdessen zu Fuß losgegangen Richtung Westen, dort liegt etwas außerhalb von Haputale das Benediktinerkloster Adisham. Das dachten wir zumindest – tatsächlich war es wesentlich weiter als wir es uns vorgestellt hatten. Auf dem Weg kamen wir durch ein Vogelschutzgebiet, dort sah die Natur richtig ursprünglich aus und wir fühlten uns wie im tiefsten Dschungel (wenn da nicht die Straße gewesen wäre). Als wir schließlich beim Kloster ankamen, hatte auch dieses schon längst von Besucher geschlossen und wir konnten uns nur das Gelände von außen ansehen. Am Zaun entlang sind wir dann noch ein Stück auf einem Pfad in den Wald hinein gegangen. Die neblige Luft schuf eine wirklich verwunschene Atmosphäre, richtig mystisch war es dort 🙂

Nicht lange nach unserer Rückkehr gab es auch schon Dinner 😉 War natürlich wieder superlecker!

Heute sind noch zwei Franzosen bei Bawa untergekommen, die Dinner Conversation lief also zu 2/3 auf französisch. 🙂

Tag 09: Haputale, Diyaluma

Heute haben wir den Besuch bei den Diyaluma Wasserfällen nachgeholt. Nach über einer Stunde Busfahrt auf holpriger und sehr kurvenreicher Strecke waren wir am späten Vormittag am Fuß des zweithöchsten Wasserfalls von Sri Lanka. Wir wollten aber ans obere Ende. Im Lonely Planet stand der Weg bschrieben, mit dem Zusatz dass er streckenweise nicht sooo leicht zu finden sei und man öfter mal die Einheimischen fragen sollte ob man richtig sei. Die haben uns auch immer gut weitergeholfen. Allerdings wurden wir auch vor einem wilden Elefanten gewarnt, der dort oben umherstreunen sollte. Ein Mädchen führte uns sogar ein gutes Stück bis zum eigentlichen Anstieg. Einen Weg hatten wir die ganze Zeit nicht wirklich gesehen, ohne Hilfe wären wir völlig aufgeschmissen gewesen. Der Hang, den es dann zu erklimmen galt, war sehr steil und mit Geröll bedeckt, so dass man mehr klettern als gehen musste und jeden Schritt gut abwägen um nicht zusammen mit einem Felsbrocken in die Tiefe zu rollen. Oben fanden wir dann sogar auch die Weggabelung, von der im Reiseführer die Rede war. Ein Weg sollte zur Kante führen und der andere zu natürlichen Becken oberhalb des eigentlichen Wasserfalls, in denen man auch baden kann. Leider waren an der Weggabelung nicht nur zwei sondern drei Pfade in drei Richtungen vor uns…

Wir entschieden uns zuerst für den richtigen Weg, dachten nach ein paar Metern aber wir wären auf dem falschen, gingen zurück und wählten dann den falschen Weg 😀 Inzwischen hatten uns zwei weitere Wanderer eingeholt, die offensichtlich das gleiche Ziel hatten wie wir. Als wir dann an einem Stacheldrahtzaun ankamen, war eigentlich klar, dass das nicht so ganz richtig sein kann. Es gab aber einen selbstgemachten Durchgang durch den Zaun und so versuchten wir unser Glück auf der anderen Seite. Dort  war sogar eine Schotterstraße, aber wir waren uns trotzdem unsicher. Wir redeten mit den uns nachfolgenden, einer Frau aus Großbritannien und einem einheimischen Mann, und auch sie wussten nicht genau wo lang sie gehen sollten und sind uns einfach hinterhergegangen. Auf der anderen Seite eines kleinen Tals waren dann wieder Menschen zu sehen. Der Mann sprach mit ihnen und sagte dann, es werde jemand kommen und uns den Weg zeigen. Und wir wurden nochmal eindringlich vor dem Elefanten gewarnt. Als der versprochene Führer dann kam, führte er uns wieder zurück an die Kreuzung, aber dann statt einen Weg zu wählen ging er mit den beiden einen steilen Geröllhang hinab. Ika wollte ihnen folgen aber mir war der Weg zu unsicher für einen Abstieg mit einem Kleinkind auf dem Rücken. Also gingen wir wieder den Weg, den wir zuallererst gewählt hatten.

Nach einer kurzen Strecke kamen wir zu einer geradezu paradiesischen Stelle wo auch die erhofften Becken waren 🙂 Ein kleines Bad war jetzt genau das Richtige, denn die Mittagshitze hatte uns beim Aufstieg wieder mächtig zugesetzt. Als Ika gerade im Wasser war, kam der Einheimische Führer auf einmal wieder vorbei und sagte uns wir sollten doch wegen des Elefanten mit zu den anderen kommen. Ich sagte ja wir kommen bald nach, wir blieben aber noch weiter dort. Nicht lange danach, kamen sie alle drei zu unserem Spot weil sie sich Sorgen um uns gemacht haben wie sie sagten. Nett von ihnen aber die idyllische Abgeschiedenheit, die wir zuvor an diesem Ort genossen hatten war leider damit hinüber. Und dann fing es auch noch an zu regnen 😀 Was aber wegen der erwähnten Hitze garnicht so schlecht war. Es gab aber auch ein paar Bäume zum Unterstellen. Wir aßen unseren Proviant, dann ging ich auch noch mal kurz schwimmen und machten uns danach alle gemeinsam auf den Rückweg.

In die andere Richtung kam uns der Weg dann überhaupt nicht mehr lang und beschwerlich vor 😀 Kein Wunder, es ging ja nicht mehr bergauf, aber auch beim Abstieg musste man höllisch aufpassen! Im auf dem Weg liegenden Dorf blieben die beiden anderen dann zurück, denn sie hatte nsich dort schon auf dem Hinweg zum Lunch eingeladen. Wir passten und gingen weiter, denn es lag ja noch eine anstrengende Busfahrt vor uns. Wir mussten allerdings auch noch ziemlich lange auf den Bus warten und als er kam, saßen die beiden auch drin 🙂

Heute sind wir dann genau rechtzeitig zum Dinner zurückgekommen 🙂 Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: es war extrem lecker!

Tag 10: Von Haputale nach Tangalle

Heute haben wir uns schwermütig von Bawa und seinem Guesthouse verabschiedet. Es hat uns in Haputale so gut gefallen, dass wir auch gern noch länger dort geblieben wären. Aber wir wollten ja noch ein wenig vom Rest der Insel sehen. Also Sachen gepackt und auf nach Süden! Vor der Abreise haben wir uns aber noch Mr. Bawas Edelsteinsammlung zeigen lassen (die ziemlich umfangreich ist) und Ika hat auch ein paar Steinchen erworben. Danach ging ist mit dem gleichen schlimmen Bus wie am Tag zuvor los nur diesmal noch weiter. Wir machten drei Kreuze als wir schließlich in Wellawaya ankamen 🙂 Dort stiegen wir um und der Rest der Fahrt war dann vergleichsweise sehr entspannt. Der Bus war zwar extrem voll, aber der Schaffner hat gleich ein paar Leute genötigt, für uns Platz zu machen 😀

In Tangalle mussten wir mal wieder erstmal die „Geier“ abschütteln, unter anderem einen Typen, der Nova unbedingt Schokolade schenken wollte. Wir haben es dann auch geschafft und am nächsten Geldautomaten erstmal unsere Bargeldvorräte aufgefüllt. Danach stand wieder die Suche nach Unterkunft auf dem Plan. Unterwegs zum Stadteil, der am meisten Erfolg versprach, sahen wir vor uns zwei junge Touristen – ich sprach sie an und fragte ob sie eine Unterkunft empfehlen könnten. Es stellte sich schnell raus, dass sie beide auch aus Deutschland kamen und wir gingen einfach erstmal mit zu ihrem Guesthouse. Wir verstanden uns gleich auf Anhieb und waren wohl alle ein wenig froh, Gleichgesinnte zu treffen. Da die Besitzerin vom „Ravindu Guest House“ aber nicht mehr vor Ort war, stellten wir unsere Rucksäcke vorerst bei Antonia und Benjamin – so heißen die Beiden – ab und machten uns ohne Gepäck auf die Suche. In nächster Nähe gab es viele Möglichkeiten und nachdem wir uns einige Zimmer angeguckt hatten fanden wir auch ein günstiges Hotel, wo wir ein Dreibettzimmer direkt am Strand für 1000Rs bekamen!

Wir holten unser Gepäck, gingen duschen und dann in ein Restaurant, welches Antonia uns empfohlen hatte, zum Essen. Nach dem Essen gingen wir noch kurz Richtung Stadt um ein paar Snacks zu kaufen. Als wir auf dem Rückweg wieder am Restaurant vorbeigingen rief das Personal uns hinterher – wir hatten Novas Bilderbuch, Ikas Tagebuch und eine halbe Papaya dort vergessen und die Leute haben uns die Sachen wiedergegeben 🙂 Danke! 🙂

Als wir wieder im Hotel ankamen, zeigte sich die Schattenseite des günstigen Zimmers. Kakerlaken. Und was für welche, riesige Viecher! Als wir später Tagebuch schreibend in der Lobby saßen, ist eine Kakerlake sogar Ika ins Gesicht geflogen und mir ist eine über den Fuß gekrabbelt… :/

Tag 11: Tangalle

Nach dem Aufwachen packten wir so schnell wie möglich unsere Sachen und ergriffen die Flucht vor den Kakerlaken. Beim Checkout handelte ich noch den Preis auf 800Rs herunter. Mit unserem Gepäck gingen wir dann erstmal zum „Ravindu Guest House“ wo Antonia und Benjamin untergekommen waren. Wir trafen sie beim Frühstücken. Das andere Zimmer, was die Dame des Hauses noch zu vermieten hatte, roch ziemlich muffig. Da die beiden aber auch abreisen wollten, wurden wir ihre Nachmieter 🙂 Nachdem wir noch etwas zusammengesessen hatten, machten sie sich auf den Weg nach Matara. Wir dagegen bezogen unser neues Zimmer und gingen zum ersten Mal in diesem Urlaub im Meer baden. Nova fand die Brandung total super und hatte viel Spaß! 🙂 Und auch ich genoß das Gefühl vom Wellengang, das hatte ich ziemlich lange nicht mehr gespürt…

Am Nachmittag saßen Ika und ich gemeinsam auf der großen Veranda des Ravindu, als ein neuer Gast ankam. Zufällig auch ein Deutscher 😀 Er ist geschätzt 60 Jahre alt und reiste allein. Er setzte sich zu uns und wir unterhielten uns recht lange. Er ist Buddhist und hat interessante Ansichten – es war ein sehr anregendes Gespräch, was mich auch zum Nachdenken gebracht hat. Er ist gerade auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft für seine Frau, die eine Woche später nach Sri Lanka nachkommt – er ist also quasi die Vorhut 🙂

Abends waren wir nochmal in der Stadt und haben Abendessen geholt. Ich habe mir ein vegetable Kotthu gekauft – das ist ein pfannkuchenähnliches Brot mir verschiedenem Gemüse, aber nicht eingewickelt oder so sondern einfach zusammen auf einer heißen Platte mit zwei „Spachteln“ vom Koch in kleine Fetzen gehakt und vermischt. Dazu war eine rote Sauce beigelegt, die ich komplett untergemischt habe. War vielleicht nicht die beste Idee, denn danach war das Kotthu mit Abstand das Schärfste was ich hier bisher gegessen habe 😀

Tag 12: Von Tangalle nach Matara

Die zweite Nacht in Tangalle war garnicht schön. Das Bett war viel zu klein für uns drei, irgendein Körperteil lag immer am Moskitonetz an und wir von den zahlreich vorhandenen Biestern malträtiert. 🙁 Mein linkes Knie ist bedeckt von zig Bissen, die aber irgendwie mehr nach Bettwanzen oder ähnlichem Getier aussehen, und ich habe das Knie scheinbar schon in der Nacht blutig gekratzt… Nova hat auch ein paar Stiche abbekommen, aber es scheint sie glücklicherweise nicht zu stören. Wir entschieden uns für eine schnelle Weiterfahrt nach Matara, in Tangalle hatten wir kein Glück (bis auf das Kennenlernen von Antonia und Benjamin!).

Die Besitzerin vom Ravindu Guest House fand das allerdings garnicht gut – sie hatte wohl damit gerechnet, dass wir länger bleiben. Sie drohte uns damit, eine weitere Nacht zu berechnen, wenn wir nicht sofort auschecken, allerdings hatten wir noch garnicht gepackt als ich ihr bescheid sagte. Wir rafften so schnell es ging unsere Sachen zusammen und suchten das Weite, in dem Fall den Busbahnhof. Auf nach Matara! Während der Busfahrt entdeckten wir plötzlich zwei bekannte Gesichter am Straßenrand: Antonia und Benjamin 🙂 Sie stiegen in unseren Bus und wir fuhren gemeinsam weiter. Sie waren am Tag zuvor auf halber Strecke ausgestiegen und hatten dort wild gecampt. Wir beschlossen, in Matara gemeinsam nach Unterkunft zu suchen, die wir nach einigen Irrwegen durch den Stadtteil Polhena dann auch fanden. Und was für eine! Im „Megara Inn“ kamen wir für 800Rs in einem sauberen Dreibettzimmer unter und das nur 250m vom Strand entfernt 🙂 Der Strand stellte sich allerdings bei näherer Betrachtung als ziemlich winzig heraus und war total überfüllt mit Einheimischen, die Ika und Antonia anglotzten – dort wollten sie nicht schwimmen gehen. Wir gingen dann an der Küste entlang, wo einige Hostels direkt am Strand lagen. Antonia organisierte dort für uns eine Schwimmsession am Privatstrand 🙂 allerdings dann unter den Augen des Personals, das nicht minder interessiert schien als die Strandbesucher…

Später kehrten wir auf der Suche nach Abendessen zum Strand zurück, da dort viele Restaurants waren – aber keine Gäste. Und in ein leeres Restaurant sollte man sich nicht setzen, denn das Fehlen von Gästen ist nie ein gutes Zeichen 😉 Also zurück in die Innenstadt. Nach wieder einigen Irrungen und Wirrungen fanden wir ein kleines Restaurant, in dem man echte einheimische Küche serviert bekam. Schön scharf 🙂 Benjamin hat das garnicht so gut vertragen, er hat sich noch nicht wirklich an die Schärfe des asiatischen Essens gewöhnt. Als wir fertig waren, war es schon ganz schön spät und Ika war auch ziemlich alle. Dann kam die Krönung des Abends: der Besitzer des Restaurants bot uns an, uns alle zu unserem Hotel zu fahren! Er hat sich auch total darüber gefreut, als wir eingewilligt haben 🙂 Er heißt Manjula und lud uns auch gleich zum Frühstück bei sich zuhause ein, was wir aber erstmal ablehnten.

Tag 13: Matara

Freitag der 13. 🙂 Antonia und Benjamin wollten weiter zu Adam’s Peak und für uns stand die Entscheidung an, ob wir sie begleiten oder einen anderen Weg einschlagen. Die Beiden checkten morgens aus und wir verabredeten uns für 15:00 am Bahnhof. Ika, Nova und ich gingen einkaufen. Auf dem Rückweg hielten wir wieder bei Manjulas Restaurant und ich holte mir ein Rice+Curry Lunchpaket für sagenhaft günstige 100Rs. Er selber war leider nicht in seinem Laden.

Wir haben uns dann schließlich gegen Adam’s Peak entschieden, da die Anstrengung beim Aufstieg mit Kind bestimmt nicht ohne ist, schließlich sollte unser Urlaub ja auch nicht nur aus Gewaltmärschen bestehen 😉 Als wir die Beiden am Bahnhof wiedertrafen, teilten wir ihnen das mit. Sie waren aber auch gewillt, auf Adam’s Peak zu verzichten und stattdessen mit uns weiterzureisen 🙂 Allerdings wollten sie sich noch die Stadt Galle angucken. Wir verabredeten uns für den nächsten Vormittag am Busbahnhof von Matara um gemeinsam nach Ratnapura weiterzufahren und trennten uns wieder. Ika, Nova und ich fuhren dann weiter nach Dondra, denn dort liegt die Südspitze Sri Lankas. Den Besuch dort konnte wir uns nicht nehmen lassen, schließlich waren damals in Indien auch an der Südspitze gewesen 🙂 Es erwartete uns dort ein wunderschöner Ministrand mit superklarem Wasser (und einem nervigen Einheimischen, der nicht kapierte, dass wir allein sein wollten bis ich es ihm deutlich sagen musste) und ein Bilderbuchsonnenuntergang! Es gab dort auch einen Leuchtturm, für die Besichtigung wollte der Leuchtturmwärter allerdings 300Rs pro Person haben – Nein Danke!

Als wir dann wieder zurück nach Matara wollten, hatten wir ein sehr eigenartiges Erlebnis mit den Bussen: zwei Busse nacheinander haben 50 Meter von uns entfernt Passagiere aussteigen lassen und sind dann einfach weitergefahren, obwohl wir deutlich sichtbar signalisierten, dass wir mitwollen und auch in Richtung Busse gelaufen waren. Den dritten Bus haben wir dann aber erwischt 🙂 Die Suche nach Abendessen führte uns wieder in Manjula Restaurant 🙂 Diesmal nahmen wir aber Takeaway, den Nova musste dringend ins Bett. Wir wollten mit einem TukTuk zurück zum Hotel fahren und fragten ihn nach einem angemessenen Preis – aber er zauberte auf einmal einen Kumpel mit TukTuk hervor, der uns kostenlos nachhause brachte! Er bestand außerdem darauf, uns am nächsten Tag abzuholen um uns zum Busbahnhof zu fahren!

Tag 14: Von Matara nach Ratnapura

Heute sind wir richtig früh aufgestanden um pünktlich zum Sonnenaufgang am Strand zu sein. Die Belohnung dafür waren tolle Fotos und ein relativ ungestörtes Schwimmerlebnis. Als wir später gerade gerade am Packen waren, klopfte es und Manjula stand vor der Tür. Ungefähr 90 Minuten zu früh 🙂 Er wollte uns unbedingt noch in sein Haus zum Frühstück einladen – warum auch nicht? 🙂 Wir packten schnell fertig und fuhren mit ihm los. Unterwegs besorgte er für uns jede Menge Früchte bei einem befreundeten Obsthändler, denn wir hatten erzählt, dass wir morgens zum Frühstück nichts anderes essen. Sein Haus war für Die Verhältnisse dort ein wahrer Palast! Er scheint also wirklich eine Menge Geld zu haben. Manjula hat unter anderem eine Tochter, die in etwa Novas Alter hat. Diese war total begeistert von Nova und wollte sie auch immer umarmen 🙂 Trübselig stimmte mich bei ihm nur sein Hund, ein in einem winzigen Zwinger in der Ecke des Gartens gehaltener deutscher Schäferhund, der ziemlich verwahrlost aussah :/

Nach dem Obstfrühstück fuhr Manjula uns dann weiter zum Busbahnhof, wo direkt vor uns Antonia und Benjamin aus dem Bus stiegen 🙂 In der Wartezeit bis zur Abfahrt des Busses nach Ratnapura haben wir einen kleinen Tempel auf einer winzigen Insel im Meer besucht und waren Obstnachschub kaufen. Als wir am richtigen Bussteig ankamen und unseren Bus gefunden hatten, wollten wir gerade unser Gepäck in die Klappe am Heck des Busses befördern, als dieser plötzlich losfuhr! Wir schnellten hinterher und dabei übersah Ika ein 50+ cm tiefes Loch im Boden (von der Kanalisationsrinne unter der Straße fehlte eine Abdeckplatte) und sie trat hinein, stürzte und knickte auch noch mit einem Fuß dabei um. Nova, die währenddessen auf Ikas Arm war, ist glücklicherweise garnichts passiert. Die Aktion des Fahrers hätte uns besser davon abhalten sollen, auch noch in diesen Bus einzusteigen. Stattdessen fuhren wir trotzdem und erlebten eine echte Horrorfahrt zwischen Herztod und Wahnsinn – der Fahrer war noch recht jung und fuhr extrem draufgängerisch, wodurch er auch öfter mal scharf bremsen musste. 4,5 lange Stunden später kamen wir in der „Gem City“ Ratnapura an.

Auf dem Weg zur ersten Unterkunft unserer Wahl heftete sich auf einmal ein ganz unheimlicher Kerl an unsere Fersen und wollte uns dorthin führen. Wir wollten aber nicht, denn wir wussten den Weg und dafür sollte er keine Provision einheimsen, die uns später evtl. auf den Zimmerpreis addiert würde. Wir haben mehrmals versucht ihn abzuschütteln, aber es half alles nichts. Also sagten wir dem Mann an der Rezeption des „Ratna Gem Halt“ sofort als erstes, dass er bloß nicht diesem Typen etwas geben solle. Die Zimmer sahen gut aus, aber die waren eine ganze Ecke teurer als im Lonely Planet beschrieben und viel Spielraum zum Handeln gab es leider auch nicht. Also beschlossen wir weiterzusuchen, obwohl wir alle schon ziemlich am Ende unserer Kräfte waren. Wir waren schon etwas außerhalb der Stadt und dort gab es nicht einmal Trinkwasser zu kaufen. Nach gefühlten fünf Kilometern Fußmarsch mit vollem Gepäck kamen wir an der nächsten Unterkunft an – die sollte noch viel teurer sein 🙁 Hier draußen gab es sonst nichts und die Stadt war schon recht weit entfernt. Zu allem Überfluss wurden wir von einem Einheimischen auf einem Motorrad, den wir nach Tipps gefragt hatten, davor gewarnt, dass die Hostels und Gästehäuser alle um 21 Uhr abschließen würden und er empfehle nicht gerade, danach noch auf der Straße zu sein, da es dann wohl „risky“ sei. Oha! Und es war schon fast so spät. Also gingen wir zurück zum Ratna Gem Halt. Dort bekamen wir noch einen Hinweis auf eine andere Unterkunft – Ika und Antonia versuchten dort ihr Glück, während Benjamin, Nova und ich mit dem Gepäck warteten und eine Trinkkokosnuss genossen. Das andere Guesthouse war wohl in Ordnung und billig aber nicht wirklich sympathisch. Also entschieden Ika und ich, mit Nova lieber im Gem Halt zu bleiben, während die anderen Beiden mehr aufs Geld achten mussten, da sie noch quer durch Südostasien reisen wollen. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen zur gemeinsamen Weiterreise, denn diese kurze Episode in Ratnapura hatte uns diese Stadt reichlich verleidet. Ich hatte schon bei der Ankunft gespürt, dass hier keine guten Energien vorherrschen. Kein Wunder, denn hier gibt es wohl sehr große Edelsteinvorkommen und da geht es um viel Geld und Träume vom reich werden mit allen Mitteln.

Trotz der Warnung von vorher ging ich nach dem Beziehen des Zimmers nochmal runter in die Stadt um etwas Essbares und Wasser zu kaufen. Es war sehr düster, fast ohne Straßenbeleuchtung und so gut wie keine Menschen mehr auf den Straßen. Und was sich dort noch an Leuten rumtrieb machte mich ziemlich nervös. Auf der Suche nach Shorteats ging ich von Laden zu Laden (es war nicht mehr viel geöffnet) aber ohne Erfolg. Mir wurde immer mulmiger, da ich auch scheinbar der einzige Tourist weit und breit war. Nach dem dritten Versuch lief mir auf einmal der finstere Typ über den Weg, der uns nach unserer Ankunft verfolgt hatte. Er sprach mich an und fragte, ob wir in „seinem“ Guesthouse übernachten würden. Ich verneinte nur und suchte so schnell wie möglich das Weite – der Busbahnhof erschien mir als guter Fluchtpunkt. Dort traf ich auch auf einen Polizisten, was mich innerlich ruhiger werden ließ. Von dort am Besten so schnell wie möglich wieder zurück. Gekauft hatte ich weder Essen noch Trinken… Auf dem Rückweg kaufte ich noch etwas Wasser und ging dann schnellen Schrittes Richtung Guesthouse. Auf einmal kommt ein TukTuk mit zwei Insassen von hinten und fährt neben mir im Schritttempo. Der Fahrer fragte mich wo ich denn hinwolle, aber ich reagierte nicht. Dann trete ich plötzlich mit dem linken Fuß ins Leere! Ich falle hin, reiße mir Knie und Hose dabei auf. Fluche, rappele mich schnell wieder auf und gehe weiter – das TukTuk hat sich inzwischen glücklicherweise entfernt. Diese Stadt tut wirklich alles dafür uns ganz schnell wieder loszuwerden – wollte uns ja auch garnicht bei sich (Ikas Unfall und die fiese Busfahrt).

Tag 15: Von Ratnapura nach Gampaha

Morgens um 9 trafen wir uns mit Antonia und Benjamin und liefen zum Busbahnhof. Unsere nächste Station sollte Gampaha werden, eine Stadt zwischen hier und Colombo. Langsam aber sicher mussten wir ins Einzugsgebiet des Flughafens zurück, nur noch zwei Tage bis zur Heimreise. Die Busfahrt nach Gampaha war angenehm unauffällig. Dort angekommen, ging das Spiel der Zimmersuche wieder los – ich war dessen ziemlich überdrüssig. Mehrere Tage an einem Ort zu bleiben ist wesentlich vorteilhafter und nicht so nervenaufreibend. Toll war auch leider nicht eine der Unterkünfte, die wir uns anschauten, und als es dann immer später wurde ging es nur noch darum das geringste Übel zu wählen. Am Ende landeten wir in einer Absteige, die wohl auch als Stundenhotel genutzt wird. Ein wenig erschreckend war, dass man die Zimmer von außen nicht abschließen konnte und es auch keine Vorrichtung für ein Vorhängeschloss gab.

Als wir unsere Sachen auspackten kam der große Schock: Novas Zebra-Einschlafplüschtier war weg!!! Katastrophe! Ich rief bei unseren Gastgebern in Ratnapura an, aber die hatten in unserem alten Zimmer leider auch nichts gefunden. Zum Glück ist Nova trotzdem ohne Probleme eingeschlafen 🙂 Antonia und Benjamin wollten am nächsten Tag mit dem Zug nach Kandy, um dort ihre Visa für Indien zu beantragen. Wir mussten aber weiter in die andere Richtung. Das bedeutete dann einen (zumindest vorerst) endgültigen Abschied. Alles Gute für Eure Weiterreise! 🙂

Tag 16: Von Gampaha nach Negombo

Da es in Gampaha auch nichts interessantes zu sehen gab, reisten auch wir gleich morgens weiter. Zurück nach Negombo, unserem Startpunkt dieser Reise. Diesmal hielten wir uns vom Stranddistrikt fern und machten wesentlich bessere Erfahrungen. Wir fanden ein nettes Zimmer in einem Guesthouse an der Küste, in dem sogar schon einmal die Queen genächtigt hat. Allerdings waren diese Glanzzeiten längst vorbei und der Lack ab. Aber es war ok und bezahlbar. Wir gingen zum Markt und fanden glücklicherweise noch Jackfruit für zuhause. Diese Frucht hängt überall an den Bäumen und ist trotzdem ganz schwer zu erwerben. Eigenartig. Das haben wir uns jedenfalls anfangs noch wesentlich einfacher vorgestellt 😉

Wir machten auch noch einen Ausflug in die Hauptstadt Colombo. Moloch pur, so wie Mumbai. Dagegen waren die zwei Wochen davor pure Entspannung gewesen 😀 Wir bepackten uns mit Früchten für Heimweg und Heimat und Ika fand auf einem Basar noch eine schicke Ledertasche. So verbrauchten wir unser Restgeld, nur für das Taxi zum Flughafen behielten wir noch etwas. Wir machten mit einem Taxifahrer schon einen Preis aus und bestellten ihn für den nächsten Morgen zu unserer Unterkunft. Als alle Vorbereitungen für den Rückflug getroffen waren, gingen wir früh schlafen.

Tag 17: Heimreise

Unser letzter Tag fing mit einem Reinfall an. Der TukTuk Fahrer, mit dem wir den Preis ausgehandelt hatten, war weit und breit nirgendwo zu sehen… na toll. Ein anderer Fahrer bot sich an, aber wollte nicht für den gleichen Preis fahren. Blöd, denn wir hatten ja garnicht mehr Geld 😀 Am Ende schafften wir es mit ein wenig Hilfe eines Angestellten vom Guest House dann doch noch. Am Flughafen angekommen trafen wir Peter wieder, unsere nette Bekanntschaft der ersten beiden Tage. Er hatte die Zwischenzeit in Südindien verbracht und flog zufällig mit dem selben Flieger gen Heimat wie wir. Der erste Teil des Fluges lief ohne Probleme – Nova schlief direkt 30 Minuten nach dem Start für die Hälfte der Flugzeit.

In Dubai hatten wir wie auf dem Hinweg Zwischenstation. Diesmal sollten wir allerdings das Flugzeug verlassen (auf dem Hinflug mussten wir sitzenbleiben). Die Flugbegleiter wiesen alle darauf, ihr Handgepäck mitzunehmen, da es während unserer Abwesenheit unbeaufsichtigt sei. Wir dachten es ginge um Wertsachen und ließen ziemlich viel zurück. Dies sollte ein großer Fehler gewesen sein. Als wir wieder zurück zu unseren Sitzen kamen, war alles noch da – bis auf die Früchte! Das war wirklich bitter, denn diese Früchte sollten ja Novas Reiseproviant sein. Die Flugbegleiter erklärten mir, dass ein Reinigungsteam durchs Flugzeug gegangen war und dass diese Teams auch alles wegschmeißen was nicht niet- und nagelfest ist. Unsere Proteste nützten nichts, die Sachen waren längst in irgendwelchen Containern. Immerhin war das Team von Condor so nett, uns ihr privates Obst und ein paar andere Nahrungsmittel zu schenken 🙂 Es hat schließlich auch bis nachhause gereicht, aber der Verlust war wirklich schlimm, denn die Sachen bekommt man in Deutschland entweder garnicht oder nicht in der Qualität…

Zähneknirschend nahmen wir unser Schicksal hin und freuten uns in Frankfurt dann umso mehr, als unser Reisegepäck mit weiteren exotischen Früchten wieder in unseren Händen war 😉

Unsere Reiseroute: