Tag 07: Haputale

Am vorigen Abend hatten wir von dem sehr schönen Sonnenaufgang gehört, den man direkt von unserem Balkon aus sehen könne. Das haben Nova und ich uns zum Anlass genommen, instinktiv genau zur richtigen Zeit aufzuwachen damit wir es auch ja nicht verpassen 😉 Und es hat sich gelohnt: wow! Auf dem Plan für heute standen zwei Sehenswürdigkeiten: die Dambantenne Teefabrik und Lipton’s Seat (ein Aussichtspunkt von dem Sir Lipton persönlich damals sein Teeplantagen begutachtet hat). Als wir nach einer guten halben Stunde Busfahrt an der Fabrik ankamen entschieden wir uns, zuerst die Wanderung hoch zu Lipton’s Seat zu unternehmen und die Besichtigung der Fabrik dann danach zu machen.

Der Weg zum Gipfel war eine steile Asphaltstraße mit gefühlten hunderten von Spitzkehren, die sich zwischen den Teefeldern den Berg hinaufschlängelte. Man konnte aber auch direkt durch die Felder auf unwegsamen Steintreppen den Weg abkürzen. Da durch die Teepflanzen keine Sicht auf den weiteren Verlauf der Straße möglich war, kürzten wir leider in die falsche Richtung ab und waren dann in der größten Mittagshitze irgendwo inmitten der Teefelder weitab vom eigentlichen Aufstiegsweg. Den fanden wir nach einigem Hoffen und Bangen dann aber letztlich doch wieder und kamen ziemlich am Ende unserer Kräfte oben an Lipton’s Seat an. Ich war besonders fertig, denn ich hatte Nova in der Rückentrage den ganzen Weg nach oben getragen. Glücklicherweise gab es oben einen kleinen Kiosk bei dem wir Wasser kaufen konnten, denn wir hatten unsere Vorräte beim Aufstieg nahezu komplett verbraucht. Die Aussicht von Lipton’s Seat war wirklich atemberaubend, man konnte weit über die Hügel schauen und wären keine Wolken dagewesen sicherlich bis zum Meer! Die Wolken zogen leider ziemlich schnell zu uns herüber und nach kurzer Zeit war der Gipfel auf dem wir standen vollständig von ihnen umhüllt. Die Wolken brachten aber auch ein wenig Kühle mit sich, die wir dankbar in Empfang nahmen. Während des gesamten Aufstiegs hatte die Sonne gnadenlos gebrannt und Ika hatte einen amtlichen Sonnenbrand davongetragen. Ich war auch etwas angekokelt, nur Nova war zum Glück gut genug geschützt gewesen.

Als wir dann wieder herabstiegen und bei der Teefabrik ankamen, hatte diese leider schon geschlossen – die Besichtigung musste also ausfallen. War nicht schlimm, wir waren sowieso viel zu alle dafür. Als wir bei Bawa ankamen gab es wieder lecker Dinner 🙂 Diesmal zusammen mit einem französischen Paar, das heute angereist war. Die beiden konnten nur bröckchenweise Englisch, mutig dann trotzdem in ein so fremdes Land zu reisen!

 

Tag 06: Von Ella nach Haputale

Das Einzige, was Ella wirklich zu bieten hatte, war der „Little Adams Peak“, ein Hügel mit guter Aussicht über das angrenzende Tal. Wir standen sehr früh auf um es noch vor dem Checkout anzugucken. Der Hügel war ein wenig außerhalb von Ella aber nach ca. 45 min Fußmarsch standen wir

oben auf dem Gipfel. Die Aussicht war wirklich genial! Leider konnten wir sie nicht allzu lange genießen, denn es hieß die Checkout Time im Hostel nicht zu verpassen… Als wir wieder zurück im Zimmer waren hatten wir noch Zeit für eine schnelle Dusche, die nach dem Aufstieg auch nötig war. Dann mussten wir im Eiltempo unsere Sachen packen, denn die nächsten Gäste standen schon auf der Türschwelle.Witzigerweise waren es auch Deutsche – wir tauschten kurz unsere bisherigen Erfahrungen aus bevor es für uns weiterging. Noch schnell die Vorräte aufgefüllt und dann ab zum Bahnhof, raus aus Ella. An einem Stand aß ich dort allerdings die bisher leckersten Rotti – das sind im Prinzip mit einem recht scharfen Gemüsebrei gefüllte und zu einem Dreieck gefaltete Pfannkuchen. Man kann sie überall an Straßenständen und in vielen Geschäften günstig kaufen. Von denen und auch den anderen „Shorteats“ genannten Snacks die angeboten werden habe ich haufenweise verdrückt 😉

Im Zug nach Haputale hatten wir auf der kurzen Fahrt eine Menge schöne Erlebnisse 🙂 Wir sind mit dem älteren Mann, mit dem wir eine Sitzbank teilten, ins Gespräch gekommen und konnten ihn viele Dinge über Land, Leute und angemessene Preise fragen. Er hat uns dann sogar zu sich nachhause einladen, wir würden bei ihm kostenlos wohnen und auch essen können! Leider erst bei unserem nächsten Besuch auf Sri Lanka, denn

seine Frau war gerade nicht zuhause und er selber könne nicht kochen, sagte er 😉 Er gab uns seine Adresse und machten ein gemeinsames Foto, das wir ihm dann aus Deutschland als Erinnerung schicken sollten. Währenddessen freundete Nova sich mit den Kindern auf der Bank nebenan an und sie spielte sogar eine ganze Zeit alleine mit ihnen.

Als wir in Haputale ankamen regnete es – nicht gerade das beste Wetter für die Suche nach einer Unterkunft… Wir hatten uns ein Guesthouse

ganz in der Nähe vom Bahnhof als erstes Ziel ausgesucht. Begrüßt wurden wir in Haputale wie gewohnt von einer Horde „Guides“ – Leuten die dir eine Unterkunft besorgen und dafür vom Besitzer Provision bekommen – begrüßt. Hier war es aber ein wenig anders: die Leute hatten Visitenkarten der Hostels dabei und auch auf ihren Autos teilweise die Schriftzüge. Das sah alles wesentlich weniger dubios aus als sonst aber wir wollten es trotzdem erstmal auf eigene Faust versuchen. Das erste

Guesthouse war aber voll und beim zweiten wollten sie uns ein Zimmer im Nebengebäude andrehen (was aber gerade noch im Bau war!). Als wir vom zweiten Guesthouse zurück zur Hauptstraße gingen stand dort auf einmal der Bus von „Bawas Guesthouse“ und ein freundliches Gesicht grinste uns vom Fahrersitz an. Der Mann bot uns sogar an, uns umsonst zu Bawas zu fahren und falls es uns nicht gefalle wieder zurück! Da der Regen langsam ätzend wurde, nahmen wir sein Angebot dankend an.

Als wir ankamen, ging es mit uns zum Haus und zeigte uns eins der Zimmer. Da wurde uns klar, das war garkein Guide sondern ein Mitarbeiter

oder sogar der Besitzer selber! Wie sich später herausstellte, ist es der Sohn von Bawa gewesen 🙂 Das Zimmer war wirklich super und kostete mit 1100 Rs pro Nacht nur die Hälfte von dem was wir bisher überall bezahlt hatten. Und auch Dinner wurde uns angeboten, was wir gerne annahmen. Das selbstgekochte Essen von Bawas Frau war so lecker, dass wir während unseres gesamten Aufenthalts nirgendwo

anders zum Abendessen gingen 🙂 Unsere Dinnergesellschaft bestand außer uns noch aus einem Schotten namens Dougal und einem US-Amerikaner namens Jason. Die waren beide auch sehr nett und unterhaltsam. Haputale gefiel uns schon am ersten Abend richtig gut und das beste hier war: es gab keine Moskitos!!! 🙂

Tag 05: Von Kandy nach Ella

Heute war es für uns an der Zeit, weiterzureisen. Ein Zug nach Ella – einer Stadt tief im Hill Country – sollte es sein. Die Zugfahrt dorthin sollte sechs Stunden dauern und um 11:45 am Bahnhof von Kandy beginnen. Als wir dort Tickets kaufen wollten sagte man uns allerdings, dass heute kein Zug

mehr nach Ella fahre. Aber es gäbe einen, der um 12:30 vom nahegelegenen Bahnhof Peradeniya fahre. Wir also los und einen Bus dorthin gesucht – als der schließlich am Bahnhof ankam, war es schon fast 13:00… zu unserem Glück hatten nicht nur wir sondern auch der Zug Verspätung 😉

Gegen 14:00 kam er dann (kurz vorher wurden noch alles Fahrgäste zu einem abgelegenen Gleis gescheucht, weil der Zug auf einmal dort einfuhr – war schon ziemlich abenteuerlich) und unsere erste Zugfahrt auf Sri Lanka begann. Wie aus Indien gewohnt waren alle Fenster

und Türen weit geöffnet und alle Plätze besetzt. Wir blieben daher im „Bordrestaurant“ was aus einem kleinen Essensstand und ein paar Tischen ohne Stühle bestand und setzten uns auf den Boden. Nova schlief kurze Zeit später auf meinem Arm ein und holte sich so ihren dringend benötigten Mittagsschlaf 🙂 Als sie dann wieder wach war, haben wir sogar freie Sitzplätze gefunden und konnten die Fahrt etwas

komfortabler fortsetzen. Eine Zugfahrt durch das Hill Country kann ich jedem der Sri Lanka besuchen will sehr ans Herz legen. Tolle Aussichten auf Teeplantagen, viele Wasserfälle und eine einzigartige Szenerie haben uns die Fahrt versüßt 🙂 Als wir kurz vor Ella in den Ort Haputale einfuhren, hatte ich die die Idee, vielleicht schon hier auszusteigen – es war nämlich inzwischen schon 19:30 und wir waren alle ziemlich fertig. Aber wir sind dann doch sitzengeblieben und eine Stunde später kamen wir in Ella an.

Alles was wir noch wollten waren eine Dusche und ein Bett. Das sollte sich aber als garnicht so einfach herausstellen. Das erste Hostel was wir

ansteuerten, das „Sun Top Inn“ sah sehr ansprechend aus aber war leider komplett ausgebucht. Dort sagte man uns auch, dass die restlichen Übernachtungsmöglichkeiten der Stadt auch so gut wie alle voll sind. Die Besitzer waren aber supernett und ließen uns telefonieren – aber überall bekamen wir nur Absagen. Dann telefonierten sie selber nochmal ihre Bekannten durch. Am Ende fanden wir dann doch noch ein

freies Zimmer gleich in der Nähe. Es war zwar etwas ranzig und sehr teuer (sie wollten erst 3000!, bezahlt haben wir dann 2500Rs) aber immerhin hatten wir ein Dach über dem Kopf. Nachdem wir uns etwas erholt hatten, gingen wir auf der Suche nach etwas essbarem in die „Stadt“ – außer einer Hauptstraße mit haufenweise Restaurant wo man europäisches Essen kaufen konnte gab es dort nicht viel: übelstes Touristenkaff! Noch bevor wir schlafen gingen stand die Entscheidung fest, hier nicht länger als nötig zu bleiben und am nächsten Tag direkt nach Haputale zu fahren.

Tag 04: Kandy, Teil 2

Nova und der Affe

Nach einer weiteren Begegung mit den Affen sind wir heute Vormittag zum Einkaufen und E-Mail checken in die Stadt gegangen.

der war echt dreist…

Als wir am Tempelgelände vorbeigingen, sahen wir dort hinter dem Zaun einen zahmen Elefanten.
Einige Menschen gingen unter seinem Bauch hindurch, einer auch mit einem Baby auf dem Arm – scheint Glück zu bringen oder ähnliches. Ich stand mit Nova auf meinem Arm am Zaun und betrachtete diese Szene. Plötzlich nahm der Elefant unsere Anwesenheit war (was ziemlich ungewöhnlich war, denn es war auf dem Weg am Zaun recht viel Verkehr und davon nahm er keine Notiz) und stiefelte direkt auf Nova und mich zu. Uns trennte dann nur noch der Zaun und er schnüffelte mit seinem Rüssel in Novas Richtung bis er von seinem Mahut wieder zurückgeholt wurde. Auf unserer Tour trafen wir zufällig unsere Bekanntschaft vom Vortag aus dem

Elefant auf Tuchfühlung
DHL! 🙂

botanischen Garten auf der Straße wieder. Meine SMS hatte er angeblich nicht erhalten, aber er nahm es uns auch nicht übel als wir ihm sagten, dass wir nicht zu unserem Treffen kommen würden. Auf dem Rückweg holten wir uns Trinkkokosnüsse – eine leckere Erfrischung, die auch Nova sehr gefallen hat. Zurück im Hostel schnitten wir dann die Jackfruit an, aßen ausgiebig davon und steckten danach Nova zum Mittagsschlaf ins Bett. Gut erholt gingen wir am frühen Abend zur Puja im Sri Dalada Maligawa(Tempel der Heiligen Zahnreliquie) wo der Überlieferung zufolge der linke Eckzahn von Siddhartha Gautama aufbewahrt wird.

Wie auch beim botanischen Garten stimmte der im Lonely Planet angegebene Preis nicht mehr. Diesmal waren es 1000 statt 500Rs… ganz schön heftige Preissteigerungen. Nachdem wir unsere Schuhe abgegeben hatten ging es hinein. Im Eingangsbereich standen

Nom Nom 🙂
Kik !!! 😀

drei Trommler, mit deren Musik die Puja eröffnet wird. Nachdem wir uns deren Musik eine zeitlang angehört hatten, gingen wir Richtung Zahnreliquie. Vor dem Fenster, durch das man einen kurzen Blick auf den Behälter in welchem angeblich der Zahn gelagert wird werfen kann, war eine sehr lange Schlange. Definitiv zu lang um sich mit Kind dort anzustellen. Wir guckten aus der Entfernung zu und führten dann unseren Rundgang fort. Neben mehreren anderen Schreinen gibt es dort auch ein Museum, in dem die Geschichte des heiligen Zahns durch Gemälde und Schautafeln dargestellt wird.

Nach dem Besuch im Tempel waren wir zum Abendessen im „Muslim Hotel“. Endlich ein Restaurant für Einheimische und nicht nur für Touristen! Das Essen war günstig und lecker 🙂 Auf dem Heimweg kamen wir an einer Bank vorbei und ich nutzte die Chance,

Sri Dalada Maligawa von außen

mich wieder mit Bargeld einzudecken. Die Automaten der „People’s Bank“ spucken hier immer erst das Geld und danach die Karte aus. Fatal, ich nahm

Hinter dem Fenster ist der Zahn

das Geld und verließ die Geldautomatenkabine ohne Visa-Karte. Glücklicherweise war aber gleich nach mir ein junger Einheimischer am Automaten, der mich zurückpfiff und mir meine Karte wiedergab. Danke!!! 🙂

Buddha, wer sonst 😉
Nova und ich studieren die Geschichte des Zahns
Ausgang

Tag 03: Kandy

morgendliche Begrüßung

Heute morgen wurde der Balkon unseres Zimmers wirklich von einigen Affen besucht – man hatte uns also gestern nicht zu viel versprochen. Unser Plan für heute bestand aus einem Besuch im botanischen Garten. Dieser wurde uns von Peter (den wir in Negombo getroffen hatten) wärmstens empfohlen. Im Lonely Planet war von 600Rs pro Person Eintritt die Rede, gekostet hat es allerdings 1100Rs für jeden! Der Preis für Einheimische stand daneben: 50Rs…

Java-Feige

Gelohnt hat es sich trotzdem, der Garten stellte sich mit seiner entspannten Atmosphäre und seinen schönen und ungewöhnlichen Pflanzen (und auch Tieren) als eine Oase der Ruhe inmitten des Lärms Sri Lankas heraus. Wir wandelten umher, aßen und tranken, machten Fotos oder genossen einfach nur den Moment. Nur eine Begegnung war sehr eigentümlich: Wir rasteten unter dem bekanntesten Baum und Aufmacher des Gartens (die Java-Feige) und machten unser Mittagspicknick, als wir plötzlich von einem der Einheimischen auf deutsch angesprochen wurden! Es stellte sich heraus, das er früher mit einer deutschen Frau verheiratet gewesen war

Wir vor Riesenbambus 🙂

und auch einige Zeit in Deutschland gelebt hatte. Er heiße Assuan und komme aus Beruwela (150km entfernt an der Westküste) wo er mit Edelsteinen handele. Er hat uns dann auch gleich ein paar Edelsteine gezeigt, die er in seiner Bauchtasche dabei hatte. Hätte wohl auch gerne etwas davon an uns verkauft. Jedenfalls lud er uns dann ein, bei seinen Freunden im Nachbardorf mit ihm zusammen zu essen – am liebsten sofort. Wir waren gerade erst angekommen und hatte auch ein komisches Gefühl bei der Sache, also verabredeten wir uns erstmal für den folgenden Tag mit ihm und

Flughunde!

gingen jeder unsere Wege. Er gab uns noch seine Telefonnummer und seine Adresse in Beruwela (Da uns die Sache nicht ganz geheuer war, habe ich dann abends unsere Verabredung per SMS abgesagt). Der Tag im botanischen Garten war sehr schön und wir sahen wirklich viele sensationelle Dinge wie z.B. die Scharen von Flughunden, die über einer der Alleen zu hunderten oder eher tausenden in den Bäumen hingen. Außerdem sahen wir dort auffällig viele Paare, die sich küssten oder Arm in Arm unter den Bäumen lagen. Auch für die Romantiker schien dies ein Rückzugsort zu sein – normalerweise sieht man niemanden in der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten austauschen.

Nach unserer Rückkehr in die Innenstadt von Kandy besuchten wir auf der Suche nach Jackfruit oder Durian den Markt. Einen Händler, der Jackfruit anbot fanden wir dann auch tatsächlich und kauften eine ganze Frucht (ca.

Immer fleißig trinken bei der Hitze

10-12 kg) zum Preis von 750Rs. Das sind in etwa 5€. In Deutschland bezahlt man so viel für ein Pfund – die Frucht die wir gekauft hatten, hätte also bei uns locker mehr als 100€ gekostet! Dass diese 750Rs trotzdem noch das fünffache des Preises ist, den Einheimische bezahlen, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht 🙂

Wir schleppten unsere Beute zum Hostel, erholten uns ein wenig und gingen abends dann wieder in einem Restaurant in der Nähe essen. Leider gab es dort wie an den Tagen zuvor maximal zwei einheimische Gerichte auf der Speisekarte. Alles nur

Die Damen wandeln auf der Palmenallee

auf Touristen ausgerichtet… Im Restaurant waren außer uns nur zwei andere Gäste: ein Paar aus Deutschland 😉 Die beiden machten uns mal wieder deutlich wie sparsam wir reisen: sie hatten über 800€ pro Person für den Flug bezahlt und wohnten in einem Hotelzimmer für 55$ pro Nacht! 😀

Ika beim Tagebuch schreiben

Tag 02:Von Negombo nach Kandy

Nova im Bus

Unsere erste Nacht war nicht wirklich erholsam. Die Einheimischen feiern das neue Jahr weniger in der Silvesternacht sondern am kompletten Neujahrstag – da unser Guesthouse direkt am Strand lag haben wir die Party dort hautnah miterlebt, inklusive Musik und Böller. Nova ist davon immer wieder aufgewacht und das wiederum hat Ika und mich ganz schön mitgenommen 🙁 Lange geschlafen haben wir dann auch nicht. Gegen 7 Uhr morgens bin ich mit Nova zum (leider sehr verdreckten) Strand gegangen. Als wir wiederkamen hat Ika tief und fest geschlafen und auch Nova und ich haben es geschafft noch ein wenig zu schlummern.Als wir dann am späten Vormittag wieder aufwachten war Sachen packen angesagt – wir hatten uns entschieden so schnell wie möglich weiterzureisen, Negombo war uns nicht sonderlich sympathisch. Peter, unsere Reisebekanntschaft vom Vorabend, hat uns noch zum Busbahnhof begleitet und wir haben uns bis zum gemeinsamen Rückflug verabschiedet. Unser nächstes Ziel lautete Kandy, eine Stadt im Hill Country, dem Höhenzug im Landesinneren. Nach nur vier Stunden Busfahrt bei 30 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit waren wir dort. Die Busfahrten gleichen stark denen aus Indien: laut, klapprig, langsam und ständig haarscharf am Verkehrsunfall vorbei 🙂 Nova fand es verständlicherweise sehr aufregend 😉

Als wir dann gegen 17:30 In Kandy ankamen und uns gerade orientierten, wurden wir von einem japanischen Touristen davor gewarnt, dass alle Hostels die im Lonely Planet stehen ziemlich überfüllt seien. Das erste was wir ansteuerten (Olde Empire) hatte dann auch direkt keine Zimmer mehr frei. Unsere nächste Wahl war etwas entfernt von den restlichen Hostels und es wurde auf dem Weg dorthin auch schon dunkel – schlechte Karten für uns wenn wir dort auch kein Glück hätten.

Tuk-Tuks am Straßenrand

Wir fragten uns durch und ich war immer wieder erstaunt von der Hilfbereitschaft der Locals. Als wir schließlich beim „Nature Walk“ ankamen die ernüchternde Erkenntnis: keine freien Zimmer 🙁 Ein weiteres Etablissement gab es allerdings noch ein paar Häuser weiter, das „Green Woods“ – unsere letzte Chance. Die Jungs vom Nature Walk waren sogar so nett, sich für uns per Telefon nach freien Zimmer zu erkundigen und es sollte sich lohnen 🙂 Wenige Minuten später standen wir in einem wunderschönen und sauberen Zimmer mit großem Bett und sogar einem Balkon! Die Vermieterin warnte uns noch, morgens die Balkontüren geschlossen zu halten, da sonst Affen aus dem benachbarten Wald unsere Sachen klauen würden 😀 Kosten sollte es 2500Rs pro Nacht incl. Frühstück. Da wir das Frühstück nicht wollten, überließ sie uns das Zimmer für 2000Rs.

Erschöpft stellten wir uns erstmal unter die Dusche und machten uns dann auf die Suche nach etwas zum Essen. Das „Nature Walk“ hatte auch ein Restaurant also kehrten wir dort ein, denn es war schon ziemlich spät. Auf der Karte gab es auch sogenanntes „Ginger Beer“. Das klang interessant, also probierten Ika und ich wir es aus. Es stellte sich als extrem süßes Zuckerwasser mit künstlichem Ingwergeschmack heraus… made by Coca-Cola Company 😀 Nova dagegen fand Gefallen an Lime & Soda (Sodawasser mit frisch gepresstem Zitronensaft) und als das Essen schließlich kam stellte sich heraus, dass sie auch Papadam (ein hauchdünnes, knusprig frittiertes Brot) sehr gerne mag 🙂

Angekommen im Green Woods

Sri Lanka 2012 Tag 01: Ankunft und Negombo

Nach einem ca. 12 Stunden langen Flug und einem weiteren Neujahrsfest über dem arabischen Meer landeten wir am 1.1. gegen 8:30 auf dem Bandaranaike International Airport. Seit heute braucht man zur Einreise ein Touristenvisum, welches ich aber glücklicherweise schon von zuhause online beantragt hatte. Sonst hätten wir uns beim „Immigration“ Schalter in eine ziemlich lange Schlange einreihen müssen. So sind die Formalitäten aber schnell erledigt und wir können den Flughafen verlassen.
Erster Eindruck: ganz schön heiß hier! 😀
Ziemlich erschöpft aufgrund von wenig Platz und wenig Schlaf während des Fluges versuchten wir kurz eine Bushaltestelle zu finden, gaben dann aber recht schnell auf und fuhren mit einem Tuk-Tuk (ein dreirädriges Taxi) zum „Beach Villa Guest House“ bei dem ich von zuhause per Mail schon ein Zimmer reserviert hatte. Nova war total begeistert vom Tuk-Tuk fahren, sie saß mit leuchtenden Augen auf der Sitzbank und strahlte überglücklich 🙂 Laut E-Mail hatte das Guesthouse verschiedene Zimmer frei – eins für 1500Rs und ein anderes im Obergeschoss für 2500Rs pro Nacht. (zum Vergleich: 1€ ~ 150Rs)
Das günstigere Zimmer hatte keine Fenster. Entsprechend intensiv war der Schimmelgeruch :/ Also wieder rückwärts raus und ins Obergeschoss. Das Zimmer dort war zwar etwas teuer aber sah gemütlich aus – und für den Moment waren eine Dusche und ein Bett alles was wir wollten. Es musste allerdings noch gereinigt werden, weswegen wir nochmal in der Lobby warten mussten. Dort trafen wir dann ein Paar aus Deutschland mit dem wir ins Gespräch kamen. Sie verbrachten gerade ihren letzten Tag auf Sri Lanka nachdem sie vier Wochen herumgereist waren und gaben uns einige Tipps zu Reisezielen, Preisen und möglichen Unterkünften. Als dann unser Zimmer sauber war duschten wir und fielen dann sofort ins Bett. Am späten Nachmittag erwachten wir wesentlich erholter 🙂
Wir machten uns fertig und gingen runter um etwas zum Essen zu besorgen. In der Lobby trafen wir erneut auf das deutsche Paar (sie warteten gerade auf ihr Taxi zum Flughafen). Sie saßen im Hausrestaurant zusammen mit einem weiteren deutschen Reisenden namens Peter. Während wir dort standen und uns unterhielten amüsierte Nova das gesamte Personal und alle weiteren Gäste. Die Sri Lankische Kinderfreundlichkeit von der wir gelesen hatten, fing schon an sich zu bestätigen 😉
Als dann die Heimkehrer abgefahren und wir kurz bei einem Laden gewesen waren um etwas Obst für Nova zu kaufen, Setzten wir uns mit Peter zusammen hin und aßen gemeinsam zu Abend. Auch seine Sri Lanka Reise war so gut wie beendet. Nun ging es für ihn weiter nach Indien und witzigerweise dann 17 Tage später von hier aus mit dem selben Flug den auch wir gebucht haben zurück nach Deutschland! 😀 Peter ist ein sehr angenehmer Zeitgenosse und wir verbrachten den Rest des Abends zusammen.

Sri Lanka!

Wir haben uns mal wieder an Silvester auf den Weg gemacht. Diesmal aber nicht nach Indien, sondern nach Sri Lanka und Nova ist auch mit dabei! Ich berichte spaeter mehr, jetzt gibt es erstmal ein Foto als Appetithaeppchen 😉

Ika und Nova vor Buddha-Statue in Kandy

Kanyakumari, Shopping und der Rückflug

Panorama vom Kap (leider schlechte Quali, da Handyfoto)

In Trivandrum sind wir am Dienstag mehr umhergeirrt als dass wir es erkundet haben – den Padmanabhaswamy Tempel haben wir dann am Ende aber trotzdem gefunden. Dort trafen wir einen Haufen Pilgerer, die sich alle mit uns fotografieren lassen wollten 🙂
Mittwoch haben wir uns dann für die letzte Nacht noch ein etwas edleres Zimmer in einem anderen Hotel gesucht, so als standesgemäßen Abschluss. Danach ging es dann nach Kanyakumari. Der am Kap Comorin gelegene Ort hält einige Sehenwürdigkeiten bereit, von denen wir allerdings nur einen Teil besucht haben. Allein dort hin zu kommen war schon ein kleines Abenteuer. 11:40 habe ich im Internetcafe gelesen, dass 15 Minuten später einer der wenigen Busse fährt. Also sind wir schnell raus auf die Straße, in eine Rikscha und ab zur Haltestelle.

Juri am Kap
Zum Glück wusste der Fahrer Bescheid, denn sonst wären wir zur falschen Bushaltestelle gefahren 🙂 8 Minuten vor 12 saßen wir dann im Bus und kurz darauf ging es auch schon los. Die Fahrt dauerte allerdings ca. 3 Stunden, denn es sind nicht 40 sondern fast 90 Kilometer und die Durchschnittsgeschwindigkeit war anscheinend 30 km/h. In Kanyakumari besuchten wir das Gandhi Memorial, von dessen Balkon man einen guten Ausblick über die Gegend und das Kap hat. Den Tempel dort haben wir aufgrund von Zeitmagel nicht besucht, dafür den Bazar, der sich anscheinend auf die zahlreichen Pilger spezialisiert hat – er gibt dort sehr günstig (jedes Teil 5 Rupien) sehr sinnlosen Krempel.
Um 18:15 sollte dann auch schon unser Bus zurück nach Trivandrum fahren. 15 Minuten später ging es wirklich los und nochmal gut 3 Stunden später kamen wir ziemlich erledigt wieder in unserem Hotel an. Wir haben es gerade noch so geschafft, beim Zimmerservice Essen zu bestellen (ja ihr habt richtig gelesen, es gab einen Zimmerservice! :)).
Autorikscha in Trivandrum

Donnerstag war dann unser letzter Tag in Trivandrum, für 17:30 hatten wir einen Flug nach Mumbai gebucht. Den Vor- und Nachmittag verbrachten wir mit Einkaufen von Souvenirs für uns und die Daheimgebliebenen. Dann fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen (den richtigen Bus zu finden hat uns nochmal ne Menge Nerven gekostet) und gegen 21:00 kamen wir in Mumbai an.
Unser nächster Flug startete allerdings erst um 6:20 am nächsten Morgen, also verbrachten wir ein paar sehr lange und langweilige Stunden in der Wartehalle des Chhatrapati Shivaji International Airport bis es endlich losging.
Anflug auf Mumbai bei Nacht
Ungefähr 12 Stunden später betraten wir in Franfurt wieder deutschen Boden 🙂 Die Menschen sahen alle ziemlich hell aus, die Taxifahrer versuchten nicht lautstark uns zur Mitfahrt zu bewegen und auf der gesamten Busfahrt nach Darmstadt zu Ikas Auto wurde nicht ein einziges Mal gehupt – ganz schön ungewohnt (von den frostigen Temperaturen ganz zu schweigen!)

Jetzt gilt es, möglichst schnell wieder hier zuhause „anzukommen“ denn am Montag geht für mich dann schon die Berufsschule und damit der neue Alltag als Azubi los. Ich hoffe unser kleines Reisetagebuch hat euch allen gefallen. Nach Auswahl wird es hier auch noch ne Menge weiterer Fotos geben, also schaut bald mal wieder rein!

Unsere Reiseroute:

Größere Kartenansicht

von Kannur nach Thiruvananthapuram

Hammer und Sichel Bild an Hauswand in Kannur

Wie versprochen kommt jetzt die kommunistische Propaganda 😉 Gefunden habe ich die Bilder an verschiedenen Hauswaenden in Kannur. Den alten Che habe ich hier in Thiruvananthapuram auch schon auf Plakaten entdeckt. Thiruvananthapuram oder auch Trivandrum genannt (wesentlich einfacher!) liegt schon fast an der Suedspitze Indiens. Das Kap, wo das arabische Meer, der indische Ozean und der Golf von Bengalen zusammentreffen, ist nur 40 km entfernt. Dort wollen wir morgen mal hinfahren.

Noch mehr kommunistische Propaganda in Kannur

Die Fahrt mit dem Nachtzug von Kannur nach Trivandrum war recht entspannt und hat ca. 12 Stunden gedauert (knapp 500 km). Wir hatten reservierte Schlafkojen und die waren auch noch frei als wir ankamen. Da war der Ticketkauf schon aufregender aber am Ende auch absolut problemlos als wir erstmal kapiert hatten wie es laeuft. In einem Restaurant in Kannur, welches wir aufgrund der geringen Preise und des guten Essens schnell liebgewonnen hatten, lernten wir Sonu kennen – einen Ingenieursstundenten der dort nebenbei kellnert. Ihn trafen wir kurz vor der Abfahrt nochmal am Bahnhof und er fuehrte uns zu unserem Gleisabschnitt. Die Fahrt war wie gesagt ganz angenehm – Ika hat so gut geschlafen wie nie in den letzten drei Wochen, ich war mehr wach aber das war auch ok. Hier in Trivandrum haben wir uns bei Kukie’s Holiday Inn eingemietet, fuer 275 Rupien (ca 4 Euro) pro Nacht. Morgen wollen wir uns fuer die letzte Uebernachtung was edles ab 1000 Rupien suchen und fuer uebermorgen haben wir einen Inlandsflug gebucht, der uns nach Mumbai zurueck bringt. Von dort geht es dann ein paar Stunden spaeter schon wieder Richtung Heimat. Aber daran will ich noch garnicht denken, jetzt erkunden wir erstmal Thiruvananthapuram!

indischer Fahrradladen in Kannur